Wer ist Sitchean überhaupt?

(Hier gleich zu Beginn meine Kontakt-Email: Taranis39@gmail.com)


 


Lieblingszitat:  

Es ist mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung.

Lieblingsbücher:        Sehr vieles aus dem Bereich Fantasy & Fiction....

Lieblingsfilme:           Braveheart, The Crow, CONAN, 300 , TITUS u.a.

Lieblingsgetränke:     Met, Guinness - irish stout, Rotwein, Quell-/Wasser, Tee aller Art

Lieblingsmusik:          Celtic Lullabies, Dark Ambient, Folk, Classic, Soul, Meditative, Hard Rock 

Lieblingsbands:          Axel Rudy Pell, Nocturnal Rites, Die FormJaneCarolyn Hillyer  u.a.

Lieblingsthemen:       Mystik  alte Götter   Fantasy des weiteren: Mutter Natur, Das Universum

Hobbys:                      schreiben, lesen, diskutieren, Natur in jeder Form geniessen...

Dinge die ich hasse:  Ignoranz, Verbortheit, Gewalt an Wehrlosen, Krieg, Finanzbosse, ignorante Politiker

Dinge die ich liebe:   Tiefe Gespräche mit Leuten die ich mag, Natur, Fantasy in jeder Form 

Geburtstag:                17.11.1967 - Vollmond - tief verschneit - Unverständnis..


Immer wieder werde ich danach gefragt, wie ich dazu kam, zu schreiben...

Nun, meine Fantasie war schon immer äusserst angeregt. Wo ich ging und hockte taten sich Geschichten vor mir auf. Ein ganzes Universum neuer Welten durchwanderte ich und spielte in manchen von ihnen sogar eine tragende (oder tragische...) Rolle. Besonders in der Finsternis der langen Nächte brodelte es in mir wie in einem Hexenkessel. Ich sah Gespenster und düstere Gestalten, deren Existenzen mir nicht unbedingt nur Rätsel aufgaben. Im Gegenteil begriff ich sehr schnell, dass sie ein wichtiger Teil von mir waren. Dass sie in mir wohnten - aus mir raus wollten! Daher machte ich mich daran, ihnen die für sie so notwendige irdische Existenz zu erschaffen, in dem ich ihnen Leben einhauchte. Obwohl ich als kleiner Junge natürlich zutiefst verängstigt war, als ich feststellte, dass es Wesen gibt, die viel mächtiger als wir Menschen sind, versuchte ich sie trotzdem zu verstehen. Ich lebte ja schliesslich tagtäglich mit ihnen - unterhielt mich mit ihnen. Schon alleine um meinen gesunden Verstand vor ihnen zu schützen, musste ich sie in meine Welt integrieren, ihnen das "Böse" nehmen, sie als normale Wesen ansehen. Das gelang mir nicht immer. 

Vor allem der Springteufel in der Werkstatt meines Vaters, einem kleinen Zimmer hinter der Küche, das eine äusserst furchterregende Auswirkung auf mich hatte, machte mir sehr zu Er suchte mich in meinen Träumen heim, grinste mich oft sogar boshaft an, wenn ich die Tür zu diesem Zimmer öffnete! Und dabei sah er wie jeder andere klassische Springteufel aus. Er hatte ein geschminktes Clownsgesicht, eine grosse, rote Knollennase, einen schelmischen, irren Blick und rasiermesserscharfe, spitze Zähne in seinem weit aufgerissenen Maul, aus dem er mich ohrenbetäubend laut anbrüllte, um mich zu Tode zu erschrecken, wenn er mich sah.

Was? Wollt ihr mir sagen, dass andere, gewöhnliche Springteufel nicht so aussehen? Na toll! Meiner sah so aus und ich wachte wegen ihm mehr als ein Mal schweissgebadet und weinend auf. Er wollte mit allen Mitteln verhindern, dass ich dieses Zimmer betrat - das doch eigentlich eine ganz normale Heimwerkstatt eines Familienvaters war. Eine kleine Werkbank stand darin, worauf Werkzeug lag, das zu einem grossen Teil aber ordentlich an den Wänden an extra dafür angebrachten Haken hing. Ein alter, beige gestrichener Schrank stand noch in dem Raum und Kisten mit Flaschen voller Limonade. Die Limonade blieb immer kühl in dem Raum, da er sich mitten im Haus befand und daher keine Fenster hatte. 

Wie ihr seht, war an dem Zimmer nichts Aussergewöhnliches. Erst Jahre später ging mir das Licht auf. Plötzlich wusste ich, warum der Springteufel verhindern wollte, dass ich sein Reich betrat. Aber das ist eine andere Geschichte...

Auch die kleine Hexe, die mich eines schönen Tages im Wald aufsuchte, war plötzlich zu einem täglichen Begleiter von mir geworden. Während ich mit meiner Mutter, dem Bruder und der Schwester spazieren ging, war sie urplötzlich da. Aus dem nichts sozusagen, oder hat sie sich von hinten an mich rangeschlichen? Ich weiss es nicht mehr. 

Sie war kleiner als ich, sehr dick - rund könnte man sogar sagen - trug ein getupftes grobstoffiges Kopftuch und derbe Kleidung aus dicker Baumwolle. Die Farben ihrer Kleidung waren verwaschen Gelb bis Altrosa, Braun, Grün. Von oben bis unten irgendwie getupft, oder mit verschnörkelten Mustern drauf - so weit ich mich jetzt noch daran erinnern kann. Ihr breites, rundes Gesicht konnte ich eigentlich nie wirklich sehen. Aber soviel ich davon sah, wurde von einer grossen Nase mit grossen Furunkeln darauf dominiert. Ihr Blick schwankte zwischen Fürsorge und Wut. Die Lippen waren schmal, fast nicht vorhanden. 

Sie ging oft neben mir und wir unterhielten uns, ohne laute Worte dabei auszustossen -sozusagen auf geistiger Basis. Nur ich konnte sie sehen. Ich taufte sie Thekla. (Nach der fetten, immer boshaften Spinne bei Biene Maya, kennt ihr die?) 

Sie beantwortete mir viele Fragen - gab mir aber genau so viele Rätsel auf, die ich dann selber zu lösen hatte. Sie war Lehrerin und Mutter für mich. Ich hatte (und habe sie noch!) eine Mutter, aber Thekla war das geistige Synonym zur realen Mutter. Klingt irre nichtwahr? 

Obwohl ich genügend Gründe hatte, mich vor ihr zu fürchten, wurde sie für mich zu einer Art Freundin, die mich durch mein Leben als Kind begleitete. Lasst mich nachdenken... Etwa ab dem dritten Lebensjahr vermute ich, bis ich ungefähr Zehn, oder Zwölf war. Als ich auf ein Mal feststellte, dass ich sie nicht mehr wahrnehmen konnte, war ich erschüttert! Eine Freundin war weg und sie hatte sich nicht von mir verabschiedet! Es dauerte eine ganze Weile, bis ich sie soweit loslassen konnte, dass ich sie nicht mehr brauchte. Oft rief ich nach ihr, doch ich konnte sie von da an höchstens noch spüren. Ich begriff, dass ich mein Leben von da an ohne sie zu meistern hatte. Sie hatte mich auf diesen Moment vorbereitet - auch wenn es noch so viele Fragen gab, die sie mir nie beantwortet hat.

Zusätzlich zur Hexe und dem Springteufel gab es so viele Wesen, die ich in dem alten Bauernhaus, in dem ich aufwuchs, gespürt und gesehen habe. Sie alle waren wahrscheinlich Teile von mir. Davon gehe ich zumindest aus, denn richtige Gespenster gibt es doch gar nicht, oder doch? Möglich wärs zwar...

Ach ja! Den kleinen Krieger in mir hätte ich fast vergessen. Wie konnte ich...! Der kam ein paar Jahre später zu mir, nachdem die Hexe längst weg war. Stellt euch einfach einen richtigen Krieger der alten Tage vor. Nicht so wie CONAN - der Barbar, eher so wie den Herkules in der bekannten Fantasy-Serie. Lederklamotten, kein Helm, geschnürte Stiefel, so. Von der Statur her kräftig gebaut und in Natura wahrscheinlich etwa 1.80m. Er trug ein Schwert bei sich, das sehr gepflegt war. Jedenfalls schimmerte und glänzte es sehr stark im Schein der gigantischen, halbrunden, steinernen Halle, in der er sein Leben fristete. Diese Halle war immer dunkel und nur oben, in der Mitte der Kuppel schimmerte ein eher düsteres Licht hindurch, das bis zum Boden hinunter strahlte. Nichts befand sich in dieser Halle, der Boden war aus hartem Stein. Die meiste Zeit sass der Krieger irgendwo im Schatten der düsteren, kalten Halle verborgen und brütete vor sich hin. Niemals sprach er ein Wort, er war ganz allein an diesem rätselhaften, verlassenen Ort. Jahrelang sah ich ihn nur dann, wenn ich mich sehr aufregte, oder gar wütend, oder zornig war. Dann sprang er plötzlich auf, rannte in die Mitte der Halle und warf sein Schwert mit kraftvollem Schwung so hoch es ging in die Luft. Die Klinge der edlen Waffe glitzerte dabei atemberaubend. Nun kommts! 

Der Krieger verharrte, nachdem er das Schwert geworfen hatte, mit ausgebreiteten Armen starr auf der Stelle, das Gesicht nach oben gerichtet, die Augen geöffnet. So wartete er eiskalt darauf, dass ihn das im Fall unweigerlich zurück zu ihm kehrende Schwert durchbohrte! Welch ein Wahnsinn! Doch in meiner Wut, die ich in diesen Momenten tief in mir drin verspürte, wollte ich, dass das Schwert sein Ziel traf - dass es MICH traf, denn ich WAR dieser Krieger!

Es traf niemals sein Ziel...

Wie es physikalisch erklärbar sein soll, dass die Waffe den Krieger nie durchbohrte und damit tötete, weiss ich schlicht und einfach nicht. Er stand immer so, dass das Schwert ihn unweigerlich hätte treffen müssen! Aber wie dem auch sei, denken wir lieber nicht darüber nach, was passiert wäre, wenn das Schwert den Krieger tatsächlich getroffen hätte. 

Zwanzig Jahre später, der Krieger war all die Jahre über an diesem unsäglichen Ort gefangen gewesen, schrieb ich den Eislandkrieger-Epos. Mittlerweile hatte ich gelernt, meine Wutausbrüche zu kanalisieren und zu deuten. Den Krieger hätte ich damals schon beinah vergessen. Aber nun hört euch das an: Wie ich so vor dem PC sass und eine Seite nach der anderen tippe, seh ich plötzlich einen Wanderer vor meinem geistigen Auge. Er spaziert gemütlich, mit einem breiten Grinsen im Gesicht über eine üppige Wiese in Richtung der nahen, sehr gesund wirkenden Wälder. Er trägt einen dünnen aber stabilen Stock über der einen Schulter, an dem mit einer Schnur ein Beutel aus Leder befestigt ist. Die Sonne scheint und es ist warm. Vögel zwitschern irgendwo im Hintergrund. Ich lächle ihm hinterher und denke so bei mir, den kennst du irgendwo her. In dem Augenblick dreht er sich zu mir um, zwinkert mir verheissungsvoll zu und winkt sogar!

Es ist der Krieger aus der Halle! Leute, es friert mich im Moment da ich dies hier schreibe. Ich erzähl euch die nackte Wahrheit, so wahr mir die Götter helfen mögen! Es war der Krieger!

Er war endlich frei! Dadurch, dass ich endlich angefangen hatte, seine Geschichte aufzuschreiben, war er aus der düsteren Halle entkommen. Er schien glücklich zu sein -mindestens so glücklich wie ich selbst, als ich ihn sah. Das war ein erhabener Moment in meinem Leben. Ich bin vor dem PC gesessen und habe wirklich und wahrhaftig wie ein Bekloppter gelacht vor lauter Begeisterung und Freude.

Mich selbst hatte ich befreit! All die Jahre über habe ich mich ernsthaft gefragt, warum ich nicht aus dem Loch raus komme, in dem ich stecke. Die wenigen Seiten, die ich bis zu diesem Zeitpunkt mehr schlecht als recht vollgekritzelt hatte, genügten einfach nicht. Versteht ihr was ich euch sagen will? Zu schreiben ist meine Berufung. Einfach mein Ding! Ohne alles zu Papier zu bringen, war und bin ich nur ein halber Mensch, verloren, verlassen, mich ewig fragend, was ich hier soll. Natürlich sind die bisherigen Storys nur Vorboten. Mit der Eislandkrieger-Trilogie habe ich ein grosses Werk geschaffen. Niemals hätte ich geglaubt, so etwas schaffen zu können. Über 1200 Seiten Fantasy - praktisch an einem Stück hingeschrieben! Bei den Göttern! Und ich habe den Krieger/ den Mensch in mir befreit!

Dennoch warte ich noch immer auf das wirklich grosse Buch, das noch folgen wird und das ich schreiben werde! Jeder wahre Schriftsteller hat eine Vision - ein höheres Ziel. Nur einfach Geschichten zu schreiben ist zwar auch wundervoll, aber DIE Geschichte zu schreiben muss ein wahrlich göttliches Gefühl sein!

Warten wirs also ab. Sie dringt ganz allmählich an die Oberfläche, meine wahre Geschichte. Das Buch der Bücher. Bin gespannt, welche der unzähligen Geschichten, die noch in mir schlummern, die wirklich wichtige sein wird.


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Zum Hergang, der zu dem endlichen Buch (Eislandkrieger Exodus 1-3) führte...

"Seit ein paar Monaten steht die ganze Eislandkrieger-Trilogie. Fertig, nach fast sechs Jahren harter Arbeit! Lasst mich an dieser Stelle ein paar Worte dazu sagen. Ihr werdet euch sicherlich an einigen Stellen wundern, denn ich werde euch erzählen, was alles dazu notwendig war, um das Projekt überhaupt realisieren zu können. 

Sechs Jahre ist eine lange Zeit für einen Roman, denkt ihr vielleicht. Recht habt ihr. Doch bedenkt, ich habe in der Zeit gelernt, Texte richtig zu gestalten, Worte so zu platzieren, dass ihr sie in ansprechenden Sätzen wiederfindet und verschienste Elemente in den Roman einfliessen zu lassen, die dazu führen, dass die Spannung und das Lesevergnügen optimal vorhanden sind. 
Ich hatte am Anfang keine Ahnung vom Richtigen Schreiben. Ihr solltet mal meinen ersten Text sehen, der dieser abschliessenden Version hier vorausgegangen ist. Zum fürchten! Kann ich euch sagen. Da waren verschiedene Zeiten völlig wild durcheinander gemischt. Die Handlung hatte keine Fluss, war total konfus gestaltet. Sogar ich selber verlor den Überblick, als ich die hundert Seiten am Ende, als ich glaubte fertig zu sein, durchgelesen habe. 

Glaubt mir, es ist eine immense Arbeit, einfach so aus dem Nichts einen über tausend Seiten langen Roman zu schreiben!

Damals hatte ich auch noch niemanden, der mir half, bzw. da war keiner, der wusste, dass ich vorhatte, diesen Roman zu schreiben. Ich hatte alles einfach planlos auf dem PC in die Tastatur reingehämmert. Dabei war mir bloss wichtig, dass die Story endlich aus meinem Kopf und zu Papier gebracht wurde. Damals stimmte das so für mich. Doch damit fingen die Probleme erst an.
Das Witzigste an der Sache war, ich bildete mir wirklich ein, das Ei des Kolumbus mit der Geschichte entdeckt zu haben. Deshalb schickte ich den Text, kaum dass er fertig geschrieben war, grammatikalisch UNKORRIGIERT und NICHT überarbeitet an den Heyne-Verlag. Ihr kennt den Verlag bestimmt. Stephen King lässt da, zusammen mit anderen Bestseller-Autoren, seine Bücher drucken. Aber was sollte es, ich dachte, ich würde reich werden, quasi über Nacht. Schliesslich hatte ich auch einen Bestseller geschrieben! Tia... Die Story wurde (natürlich) kommentarlos abgelehnt.

Es hat einige meiner sehr guten Freunde viel Arbeit gekostet, mich neu zu motivieren damit ich weiter schrieb, denn ich dachte damals, niemand wolle jemals meine Bücher lesen. Ich war ganz schön deprimiert. Das war ein Böses Erwachen! 
Aber was soll ich euch sagen? Sitch hat sich auf seinen breiten, dummen Arsch gehockt und aus den hundert Seiten Schrott - 1000 Seiten Gold gemacht! Tage-, Nächte-, ja Jahrelang sass ich auf meinem Hintern und habe geschwitzt beim schreiben, korrigieren, denken, wieder löschen, neu aufsetzen, ergänzen, layouten, Landschaften dazudichten und Konversation, damit ihr auch wirklich was habt, das ihr euch vorstellen könnt, wenn ihr gewisse Szenen lest. Ich hab zwar alles vor meinen Augen gesehen und mit meinen Ohren gehört, ich habs gefühlt und geschmeckt was vor sich ging. Aber bringt sowas mal zu Papier! Ich hab mit meiner Fragerei gewisse Leute solange genervt, bis die fast durchgedreht sind. Eine davon muss sich heute noch zusammenreissen, um sich auch nur in Ruhe vorzustellen zu können, meinen Roman zu lesen. Denn nebst all dem sonstigen Stress, den sie mit mir hatte, las sie das Teil auch noch etwa hundertmal durch, um immer und immer wieder Korrekturvorschläge machen zu können. Ich werde ihr die Füsse noch in tausend Jahren küssen dafür!!! Ohne sie wär alles überhaupt unmöglich gewesen. Denn ich selbst verlor schon die Geduld und die Lust am Ganzen. 

Leute, ich kann euch eines sagen: Wenn ihr jemals vorhabt, einen Roman zu schreiben, legt euch zuerst das nötige Wissen zu. Und Menschen, die euch behilflich sind, auch wenn ihr denkt, ihr könnt das ohne fremde Hilfe! Ihr werdet Nerven aus Drahtseilen, Unmengen Zeit und Sitzvermögen und kompetenten Beistand brauchen. Denn es kommt immer die Zeit, da ihr am liebsten alles in die Ecke schmeissen würdet. Aber seid versichert: Wenn ihrs dann endlich geschafft habt, wird es mehr als einen Moment geben in dem ihr vor der fertigen Story sitzt und grinsen werdet. Breit grinsen und ihr werdet euch, verdammt nochmal, auf die Schulter klopfen und sagen: Alte/r, du hast es geschafft!!" ;-D

 
Sitch


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Gedanken zu allerlei Themen..


Lest und urteilt selbst. Manchmal kann ich eben einfach nichtmehr wegsehen...

Diese Gedanken machte ich mir, als ich wiedereinmal durch das Fenster der Welt geblickt und das Elend gesehen habe, das KRIEG bei den Menschen auslöst, die nichts mit den Auseinandersetzungen der Staatsoberhäupter zutun haben.

Zwischen den Zeilen stehen unter anderem die Fragen:

Warum können diese dekadenten Idioten (Politiker) ihre kleinkarierten, machohaften und leider sehr oft auf purem, unreifem Machtgehabe aufgebauten Zwistigkeiten nicht persönlich, mit ihren eigenen Fäusten austragen? Warum müssen unschuldige Kinder und Erwachsene ihre Köpfe für sie hinhalten? Warum müssen Leben dabei verschachert werden, die schön und idyllisch hätten sein können?
Nur wegen des Geldes? Ist Geld und Macht wirklich mehr wert als das Leben eines unschuldigen Kindes? Ich fürchte ja, und das macht mich unendlich traurig...

http://www.eislandkrieger.ch/mediac/450_0/media/sitch005.jpg


                                          Das Gespräch

 
„Grossvater, warum ist mein kleiner Bruder auf einmal nicht mehr da? Gestern haben wir noch zusammen gespielt und jetzt ist er weg. Wo ist er denn hin gegangen?“, fragte das kleine Mädchen und seine Augen waren gross und rund und sein Gesicht ganz bleich. Vielleicht ahnte es die Antwort bereits. Es war aber erst fünf Jahre alt, so schätzte der alte Mann.

Der alte Mann legte ihm unter Aufbietung all seiner Kräfte eine Hand auf den Kopf und streichelte sanft über das hellblonde Haar des unschuldigen Kindes. Er überlegte sich, was er wohl sagen sollte. Die Kleine würde nicht verstehen was er zu sagen hatte. Egal wie er es formulieren würde.

Zudem fürchtete er sich sehr vor der Antwort. Er hatte gesehen, was mit dem Brüderchen des Mädchens geschehen war. Für den kläglichen Rest seines zerstörten Lebens, da war er sich leider ganz sicher, würde er das fürchterliche Bild niemehr vergessen können. Sein einziger, schwacher Trost war, dass sein Leben wohl nicht mehr lange genug dauern würde, als dass er sich darüber noch Gedanken machen musste. Aber das war gar kein Trost. Er wollte das Mädchen nicht alleine zurück lassen.

„Grossvater? Du weinst ja, Grossvater. Warum weinst du denn? Bitte wein doch nicht mehr.“ Die Stimme des Mädchens war dünn und voller Sorge für seinen Grossvater. Das Mädchen liebte ihn  sehr. Es erhob sein kleines, leicht angesengtes Händchen, das sehr schmerzte und streichelte ganz sanft über die Wange des alten Mannes. Das Händchen zitterte, weil sich das Kind sehr schwach fühlte. Es hatte seit gestern nichts mehr gegessen, oder getrunken. Der alte Mann auch nicht.

Der alte Mann versuchte sich zu beherrschen, doch es fiel im sehr schwer. Die kindliche Berührung der kleinen Fingerchen, die er nun auf seiner geschundenen Wange spürte, schmerzte eigentlich sehr, weil die obere Hälfte seiner Wange aufgeplatzt und wund war. Doch er liess das Mädchen gewähren. Vielleicht nur deshalb, weil er wusste, dass er niemehr eine andere Berührung an seiner Wange erfahren würde, jedenfalls von niemand anderem als diesem Mädchen.

Er versuchte zu sprechen, die Worte wurden aber von seinen bitteren Tränen erstickt und auch von dem stechenden Schmerz, den die spitzen Schrapnelle, die in seiner blutenden Brust steckten, verursachten. Was aber noch vielmehr schmerzte war sein Herz. Denn er war nicht der Grossvater dieses Mädchens. Aber konnte er ihm das sagen? Wollte er das? Bei Gott, nein!

„Weißt du denn auch nicht, wohin er gegangen ist? Ich konnte es nicht sehen, weil da plötzlich soviel Rauch war. Konntest du auch nichts sehen, Grossvater?“, fragte das Mädchen immer weiter und musste plötzlich husten. Es klang herzzerreissend, wie schlimm das Kind husten musste. „Schhh“, machte der alte Mann sanft und ganz leise und strich mit einer Hand ganz sanft über den schmalen Rücken des Kindes. „Schhh.“ Nochmals. Der Husten verging und das Mädchen legte seinen kleinen Kopf ganz vorsichtig an die Brust seines Grossvaters. Der alte Mann zuckte vor Schmerz heftig zusammen. Dennoch tat es gut die Nähe des Kindes zu spüren.

„Ich weiss.. auch nicht.., wo dein Brüderchen hingegangen ist“, log er. Das Sprechen bereitete ihm gosse Mühe und die verräterischen Worte kamen nur ganz leise über seine Lippen.

Das Mädchen spielte jetzt mit beiden Händchen am verbrannten Saum der Strickjacke des alten Mannes. Er konnte das leichte Nesteln durch das Baumwollhemd, das er unter der Jacke trug, an seinem alten Bauchnabel spüren. Es hätte bestimmt gekitzelt, wären da nicht die mörderischen Schmerzen an und in seinem ganzen Körper gewesen, die alles andere bei weitem überwogen.

„Sollen wir ihn suchen, Grossvater? Er ist sicher ganz alleine jetzt und er ist doch noch so klein. Sollen wir ihn suchen?“, fragte das Mädchen und der alte Mann konnte deutlich hören, wie es dabei weinte. Doch er spürte, wie sehr sich das Kind zu beherrschen versuchte, damit er es nicht merkte, deshalb liess er es gut sein.

Liess es gut sein? „Oh Gott! Bitte mach dass das aufhört! Wie kannst du so etwas zulassen? Das Kind weint, weil es vielleicht weiss, was mit seinem Brüderchen geschehen ist. Warum lässt du das zu?“, dachte er, resigniert gegen die Göttlichkeit aufbegehrend, bei sich und seine alte, verwundete Brust zog sich vor lauter Kummer und Gram schmerzhaft zusammen.

„Weißt du,.. die Welt.. ist nicht immer gerecht, ..mein Kleines“, versuchte er dem Kind zu erklären und begriff im selben Moment, wie aussichtslos es war, einem so kleinen Kind das Mysterium des Lebens erklären zu wollen. Er verstummte und weinte tonlos und bereute es, überhaupt etwas gesagt zu haben.

„Ich verstehe nicht, was du da sagst, Grossvater. Was meinst du denn damit?“, fragte das Kind und richtete sich schwach und wie benommen wieder auf. Die Blicke des Kindes und des alten Mannes trafen sich einen ewigen Augenblick lang. Der alte Mann schlug seine Augen nieder. Er konnte dem Kind nicht in die Augen sehen. Er fühlte sich schuldig.

„Nichts“, sagte er kläglich und fühlte sich so hilflos, dass es zusätzlich schmerzte. Ein tiefes Röcheln, geboren aus tiefster Seelenpein, löste sich aus seinem alten, von zuvielen Zigarren kranken Schlund.

Die grossen, blauen, feuchten Augen des Kindes fixierten die vergilbten, blutunterlaufenen Augen des alten Mannes kritisch. Er konnte fast hören wie angestrengt das Mädchen dabei nachdachte. Ganz kurz erhob er seinen Blick. Oh, soviel ehrliches Interesse, so viele Fragen - soviel Leben und doch soviel Hoffnungslosigkeit lagen vereint in diesen jungen, unschuldigen Augen, dass der alte Mann wohl sogleich erblindet wäre, hätte er den Blick nicht sofort wieder gesenkt.

„Ist schon gut, Grossvater. Ich hab dich lieb. Du kannst doch nichts dafür, dass mein Brüderchen fort gegangen ist“, stellte das Mädchen trocken fest und es schlug bei ihm ein, wie eine Kanonenkugel. Was sagt sie? Was hat sie gerade gesagt, brüllte es tief in ihm drin. Sein Gesicht verzerrte sich bis zur Unkenntlichkeit. Ein lautes Stöhnen kroch zwischen seinen dünnen Lippen hervor und klatschte zu Boden wie ein totes, blutendes Organ. Vor seinen entzündeten Augen wurde plötzlich alles Grellweiss und sein Herz stellte für einen Moment ganz ab.

„Grossvater! Grossvater! Grossvater!“, rief das Mädchen panisch immer wieder und stellte sich schnell vor den alten Mann hin. Es hatte grosse Angst. Verstand nicht, was mit ihm geschah. Schnell legte es sein kleines Händchen auf seinen gesenkten Kopf und streichelte mit raschen, abgehackten Bewegungen über sein schütteres, graues Haar.

Röchelnd sog der alte Mann nach einer Weile wieder Luft in seine Lungen und hustete schwach. Sein Gesicht war weiss und seine Augen von schwarzen Rändern umgeben, die Lippen bläulich. Noch immer lag zäher, dunkler Rauch in der Luft, der es dem Alten nicht leichter machte, wieder ins Leben zurück zu finden.

Ächzend hob er den Kopf ein Stück und öffnete seine Augen nur ein kleines Bisschen. Verschwommen nahm er das verbeulte Gesicht des Mädchens wahr, ohne im ersten Moment zu begreifen, was genau er sah. Furchtbare Schmerzen tobten in seiner Brust. Wohl die Vorboten meines baldigen Ablebens, so dachte er resigniert bei sich. Er kämpfte sich zurück zur Oberfläche. Wollte noch nicht sterben.

„Geht es dir nicht gut, Grossvater?“, fragte die Kleine unter Tränen. Sie kniete sich neben den alten Mann hin und ergriff mit ihren beiden winzigen Händchen die Hand, die er sich im Krampf an seine Brust gepresst hatte, bevor er ohnmächtig geworden war. Zuerst lockerte sich sein erstarrter Arm und der eiserne Griff seiner Hand um den zerfetzten Kragen seiner Strickjacke nicht und das Mädchen wollte die Hand bereits wieder loslassen. Dann löste sich die Sperre auf einmal. Er versuchte zu lächeln. Es misslang. Er fühlte die eisige Kälte ihres kleinen Händchens auf seiner.

„Es… geht… mir gut“, log er unter grossen Schmerzen. Er presste die Worte mühsam ächzend hinaus, so als ob sie aus zäher Erde bestünden. Einen winzigen Moment sah er nicht mehr das liebevolle, aber traurige Gesicht des Mädchens, sondern die bleiche, hämische Fratze des Todes vor seinen Augen. Geh weg Sensenmann, du bist zu früh dran! dachte er grimmig und gleichzeitig zutiefst erschrocken.

Das Mädchen schenkte ihm ein Lächeln und streichelte weiter seine Hand. Plötzlich sagte es ganz leise: „Ich habe solchen Durst.“ Den hatte er auch. Er würde fast alles geben für einen Schluck Wasser. Sein Gaumen war völlig verklebt und seine alten, malträtierten Innereien fühlten sich an, als bestünden sie aus loderndem Feuer.

Alles würdest du geben? Was genau würdest du denn geben? Was hast du denn noch? - Nichts. Nur Schutt, Asche und Schmerzen. Das könnt ihr gerne alles haben, für einen einzigen Schluck Wasser, damit dieses unschuldige Kind nicht vor lauter Durst vor meinen Augen sterben muss!

Mühsam holte er nochmals Atem und keuchte unter grösster Anstrengung die Worte hervor: „Mein… Kind. Sieh.. dich um. Alles ist… zerstört. Es.. gibt.. nichts mehr hier. Es tut… mir… sehr leid.“ Er weinte wie ein kleiner Junge. Bei jedem Wort etwas mehr. Das ganze Elend das Krieg, Tod und Vernichtung in der Welt jemals verursachen konnten, brach über ihm zusammen. Jeder Schluchzer liess seinen geschundenen, blutenden Körper erbeben und liess ihn vor Schmerz beinah wieder besinnungslos werden.

Das Mädchen weinte mit ihm und rollte sich, ihren Kopf auf seine verkrüppelten Beine legend, die seit dem Sturz vollkommen gefühllos waren, zu einem ganz kleinen Häufchen Elend zusammen.

Sein starrer Blick löste sich irgendwann von ihr und schwenkte hinüber zu den Trümmern der Häuser, Strassen und Plätze. Nichts was er sah, war ganz, alles zerstört. Teilweise brannten noch immer kleinere Feuer. Überall stieg dicker Rauch aus den Trümmern auf und selbst der Himmel war dunkel und Schwarz und schien über den grenzenlosen Irrsinn auf dieser Welt zu weinen.

Der alte Mann wusste nicht, weswegen man hier Krieg führte und warum dieser Ort zerstört worden war. Er konnte nicht lesen und sein Radio hatte vor Jahren schon aufgehört zu funktionieren. Er lebte seit dem Tod seiner Martha allein, ging selten nach draussen und unterhielt sich nie mit anderen Leuten.

Alles war plötzlich geschehen. Gestern Abend hatte er sich noch Kaffee gekocht und sich damit ans Fenster gesetzt. Gelangweilt hatte er sich zum tausendsten Mal die Konturen der nahen Hügel und Berge angesehen. Seine Tage verliefen ereignislos, fad und einfarbig. Ihm war es recht. Er verlangte nichts mehr vom Leben. Er wartete bloss noch auf den Tod.

Urplötzlich war die Welt um ihn herum in Flammen aufgegangen. Dröhnender Donner erfüllte die ganze Atmosphäre und beissender Rauch stieg ihm in die Nase. Seine Tasse wurde ihm durch die enorme Druckwelle einer Explosion direkt von seinem Haus, aus der Hand und in sein Gesicht geschleudert. Die vordere Wand des Hauses löste sich mit lautem Ächzen und Krachen und fiel donnernd auf die Strasse. Die zweite, nahe Explosion schleuderte ihn wie eine gliedlose Stoffpuppe aus dem Haus, mitten in die rauchenden Bruchstücke der Hauswand, wo er besinnungslos, mit gebrochenen Beinen und am ganzen Körper blutend auf dem Rücken liegen geblieben war.

Nun war er hier. Das Mädchen schien zu schlafen, rührte sich nicht mehr. Ihm blieben die Bilder vor seinen Augen und die Erinnerungen an seinen langweiligen Lebensabend. Und die Tränen.

Jetzt fühlte er sich einsam. War das nicht seltsam? Seit fünfzehn Jahren war er allein, hatte sich in dieser Zeit um niemanden gekümmert und niemand hatte sich um ihn gekümmert. Damit hatte er sich stillschweigend arrangiert. Nun, da alles verloren war, die Menschen um ihn herum alle tot, die Stadt zerstört, stieg in ihm das Bewusstsein auf, dass er Einsamkeit hasste.

Jetzt plötzlich wollte er sich unterhalten, mit anderen Leuten Kaffee trinken, spazieren gehen. Er wollte leben. Doch es war zu spät und das wusste er jetzt. Abgrundtiefe Verzweiflung stieg in ihm hoch. Übermannte in zur Gänze und liess ihn erstarren.

Bitterlich weinend legte er seine Hände auf den Rücken des Mädchens, ergriff den Stoff ihres Kleidchens und begann das Kind kraftlos hin und her zu bewegen. Er wollte das Mädchen wecken, denn er wollte sich unterhalten. Plötzlich ertrug er es nicht mehr länger, nichts zu sagen. Ein dumpfer, krampfartiger Schmerz ergriff Besitz von seinen Armen, seiner Brust und seinem Kopf. Doch er konnte nicht aufhören damit, den Körper des Mädchens zu schütteln. Rasselnd ging sein Atem und er schwitzte und bebte fürchterlich durch die Anstrengung. „Wach… auf! …Bitte! Wach… auf!“, flehte er das Kind röchelnd an. Ein schmerzhafter Husten schüttelte ihn für Momente und machte es ihm unmöglich, weiterhin das Mädchen wecken zu wollen.

Auf einmal schoss ihm ein fürchterlicher Gedanke durch den Kopf und alles an und in ihm bäumte sich dagegen auf. „Nein!“, stiess er atemlos hervor. Seine allerletzten Kräfte sammelnd ergriff er das Kleidchen des Kindes fester und drehte den Körper mit einer einzigen Bewegung um. Und starb an dem brutalen Stich, der als eisiger Speer tief in sein gemartertes Herz fuhr.

Das schneeweisse Gesichtchen des Mädchens war leblos. Der Körper eisig kalt. Die toten Augen blickten ihn an und schienen noch immer zu fragen: „Hast du meinen kleinen Bruder gesehen? Hast du gesehen, wohin er gegangen ist? Ich kann ihn nirgends sehen.“



Die Story kann in Buchform nachgelesen und gedownloadet werden auf:

http://bookrix.de/_title-de-sitchean-das-gespraech


Copyright © 17.03.09 by Sitchean


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Kunst made by Sitchean

Kunst oder Missetat?


Man kann ja nicht immer nur schreiben. Manchmal sucht ein jeder nach seinen Quellen. Ich lege grossen Wert darauf, alle meine Ressourcen anzuzapfen.

Leider kam ich nie dazu, Kunst zu studieren, oder mich weiterzubilden in Sachen Malerei. Wahre Künstler mögen jetzt aufschreien und sagen: "Was bildet sich der Kerl ein? Tut hier so, als wäre er Kunstmaler und veröffentlicht diesen Schund!"

Sachte - sage ich. Ich habe diese Bilder gemalt und es war ein gutes Gefühl, meine Gefühle und Gedanken auf diese Weise mitzuteilen. Das und NUR das zählt wenn man Kunst erschaffen will. Jedem gefällt es anders. Und nicht jeder findet, die Monalisa sei ein Kunstwerk, oder?


Ich werde nichts zu den Bildern sagen. Namen gibt es keine dazu. Hab nur ein Bisschen Dampf abgelassen und erwarte nicht, dass ihr an dieser Stelle gleich Luftsprünge macht vor lauter Begeisterung.

Eines der Bilder ist doppelt - Habe mir da einen kleinen Spass erlaubt. Seht ihr es?




         Copyright 2000 by Sitchean