Alle News


                                                


Die NEWS werden so oft wie möglich aktualisiert, damit ihr immer wisst, was sich bei mir momentan gerade tut.

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Habe heute Freitag, 04.02.2011, der "Weiterführende Schule Lichtenstein" in 9495 Triesen / Klasse 3 B unter der Lehrerin Caroline Büchel, einen 2-Stündigen Besuch abgestattet. Habe diesen aufgeweckten, neugierigen und äusserst interessierten Schülern mein Buch "Eislandkrieger Exodus" und mich selbst näher vorgestellt. Zurzeit bildet dort mein Buch den Mittelpunkt einer detailierten Klassenarbeit. Jedes einzelne Kapitel wird gelesen, besprochen, beschrieben und seziert.

Für mich war es eine mehr als lehrreiche Erfahrung, vor diesen 14-15 Jahre jungen Menschen zu stehen und zu hören, was sie an meinem Buch interessiert, wie sie es sehen. Was sie darüber denken und dabei fühlen. Wie ich selbst und mein Werk auf sie wirken. Sobald werde ich dieses einschneidende Erlebnis bestimmt nicht vergessen.

Vielen Dank nochmals nach Lichtenstein! Ihr seid super!

Grüssle Sitch ;-)

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Hier eine Liste aller bisher fixfertig verfassten ( und auch der frisch angefangenen ) Werke aus dem Hause Sitchean McConlew

01. Eislandkrieger Exodus  ( 1. Teil der erfolgreichen Eislandkrieger-Trilogie )

Link zum Buch: http://www.novumverlag.at/backlist/8/?product_id=896&detail=1

02. Eislandkrieger Doro  ( 2. Teil der erfolgreichen Eislandkrieger-Trilogie )

Link zum Buch: http://www.lulu.com/content/paperback-buch/eislandkrieger---doro/8386123

03. Eislandkrieger Morred  ( 3. Teil der erfolgreichen Eislandkrieger-Trilogie )

Link zum Buch: http://www.lulu.com/content/paperback-buch/eislandkrieger---morred/8384038

04. Tubasius - Vergessene Sphären  ( Ein wenig vom guten alten abstrakten Horror )

Link zum Buch: http://www.lulu.com/content/paperback-buch/tubasius---vergessene-sph%c3%a4ren/8389339

05. Geatà - 1.Teil  ( Vampir - Trilogie )

Link zum Buch: http://www.lulu.com/content/paperback-buch/geat%c3%a0/8422724

06. Bruno - Geschichte eines Psychopathen  ( Psycho-Shocker )

Link zum Buch: http://www.lulu.com/content/paperback-buch/bruno/8400136

07. Rasende Albträume - 300PS und tot!  ( Sie rasen, sie töten und sie machen sich niemals ein Gewissen daraus.. )

Link zum Buch: http://www.lulu.com/content/paperback-buch/rasende-albtr%c3%a4ume/8385784

08. Einige Kurzgeschichten - Taschenbuch mit lustigen Kurzgeschichten zwischen 1 + 32 Seiten

Link zum Buch: http://www.lulu.com/content/paperback-buch/einige-kurzgeschichten/8427121

09. Triaden-Novelle - Eine Ode an vergangene Tage  ( Fantasy-Krieger-Roman - sehr bald fertig! )

Details folgen in Kürze

10. Muh und das Hwork - "Das Hwork ist wieder da!"  ( Witzige Fantasy Story mit dem beliebten Hwork. )

Gerade fertig geschrieben! Ab jetzt läuft die Produktion. Bald werdet ihr es kaufen können. ;-)


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Seit 2009 gibts mein Buch "Eislandkrieger-Exodus" auch im Zwischenwelt-Shop in Luzern zu kaufen!!!


Die Anschrift und (Internet) Adresse ist:

Dreamdancer

Zwischenwelt

Bruchstrasse 47, 6003 Luzern

http://www.zwischenwelt.ch


Überdies gibts dieses Buch auch in Baden, im schönen Aargau, zu kaufen!!! Nämlich bei:

Librium Bücher AG, Theaterplatz 4, 5400 Baden // Meissner Bücher, Langhaus beim Bahnhof, 5401 Baden // Doppler zum Pflug AG, Weite Gasse 31, 5400 Baden.

Das sind insgesamt 4 exklusive Adressen in der Schweiz, bei denen Ihr, liebe Leser, mein Buch kaufen könnt. Natürlich kann mans nach wie vor auch einfach bei Amazon bestellen, im Internet. Geht auch. ;-)


Viel Spass beim Lesen!

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07.03.2010 - Bücher - Bestellungen bei mir über llew@bluewin.ch

Verlege meine Bücher nun wieder in Eigenregie.

( Einziges nicht von mir selbst verlegtes Buch bleibt natürlich nach wie vor Eislandkrieger-Exodus. Das wird noch immer offiziell vom NOVUM-Verlag Austria vertrieben. )

Das heisst im Klartext: Ihr könnt sie wieder direkt bei mir bestellen! Nun ausschliesslich im Taschenbuch-Format. Das ist handlich, gut in einer Hand-, oder Hosentasche transportierbar, und es ist um ca. 50% kostengünstiger, als die grösseren Softcoverbücher. Ich teste die Qualität natürlich wieder im Vorfeld. Nach wie vor verkaufe ich euch auf gar keinen Fall irgendwelchen Schrott! Denn: Wie wir aus Erfahrung wissen, ist Eigenverlag nicht unbedingt gleich Qualität.

Wovon spreche ich eigentlich? Na, von meinen bereits verfassten Werken natürlich. (siehe oben)

Persönliche Widmungen werden auf Wunsch direkt ins von dir bei mir bestellte Buch gedruckt!!! 

Ausserdem können auch Layout und Illustration bis zu einer gewissen Grenze von jedem Käufer selber bestimmt werden!

Eure Wünsche werden gerne jederzeit über die oben genannte Email von mir entgegen genommen.

Die Preise halten sich bei diesen Special-Editions zwischen CHF10 und CHF20 je nach Seitenzahl des Buches.

( Habe die Taschenbuchausgaben bestellt und geprüft. Die Qualität ist absolut Wasserdicht! ;-) Wirklich saubere Mache! Und sie liegen perfekt in der Hand. )

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Soeben hab ich den brandneuen Roman mit dem Hwork fertig geschrieben!

Der Titel: Muh und das Hwork  (Copyright © 2010 by Sitchean)

Und er ist mir sehr gut gelungen, finde ich. Wer den ersten Teil der Eislandkrieger Trilogie gelesen hat, wird dieses Buch lieben! Maffchar (nein, nicht derselbe, der ist damals leider gestorben...) ist zurück und er spielt diesmal neben dem etwas tolpatschigen Muh eine Hauptrolle. Soweit man ihm dies eben bei seiner beschränkten Intelligenz zutrauen kann... ;-)

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Leider wurden all meine neueren Sachen bislang abgelehnt. Doch das lässt mich nicht kapitulieren. Bin weiterhin am kämpfen und werde Erfolg haben! Das ist sicher, Leute. Ein wahrer Krieger gibt niemals auf. Niemals!

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Nun einige Details zu meinen neuesten Werken


Eine meiner Ideen ist...

Ein Vampir-Roman. Aber nicht in der herkömmlichen Art. Die Hauptrolle spielt ein junges, modernes Paar, dessen Leben ganz plötzlich eine unerwartete und äusserst radikale Wendung nimmt.

Und...

...der erste Teil dieser Vampir-Trilogie... ist bereits fertig!

Ich setze alles daran, damit dieses Buch so bald wie möglich offiziell erhältlich sein wird. Das ist allerdings nicht so einfach. Die Verleger und Agenturen dieser Welt scheinen sich gegen die Schriftsteller, die neu auf dem Markt sind (...oder es gerne wären...), verschworen zu haben.

Neulinge haben keine Chance, wenn sie nicht mindestens 5 - 15´000 Euro / 8 - 20´000 Schweizer Franken übrig haben, um sie in den Wind zu schiessen. So viel Kohle wollen die Typen nämlich, bevor sie ein Buch von dir veröffentlichen. Und das natürlich ohne jede Garantie, dass sie dein Buch auch tatsächlich jemals verkaufen.

Es ist ein Drecksgeschäft. Den Bestseller-Autoren küsst man die Füsse und den Neulingen tritt man in den Arsch... tja, so ist die Welt nunmal. Aber ich bleibe am Ball. Versprochen! ;-)

Der erste Teil der Vampir-Romans umfasst 381Seiten und ist seit 7.2009 fertig geschrieben. Sobald ich einen (ehrlichen) Verleger dafür gefunden habe, steht einem neuen Lesespass aus dem Hause Sitchean nichts mehr im Wege. ;-)


Leseprobe:


Er sprach zu dem hohen Rat der Greifer und war ausser sich vor Wut. Das Unverständnis, die Ignoranz und Arroganz, die ihm von Seiten der uralten Vampire entgegen schlug, liess ihn frösteln - ihm gar das Blut in den Adern gefrieren. Er wusste, dass sie den Ernst der Lage sehr wohl kannten, doch es schien ihnen alles egal zu sein. Sie sassen nur da und hörten ihm teilnahmslos zu, gerade so, als ob er ihnen von Dingen erzählte, die sie gar nicht beträfen. Doch es betraf sie sehr wohl.

Wenn die Streitmacht der Vampire diese letzte Schlacht verlor, war das der unausweichliche Untergang von ihnen allen!

Der rote Dämon, Thamal Ish´ Athõnis, ihr stärkster Widersacher und grösster Feind, hatte in den letzten Jahrtausenden bedeutend an Macht zugelegt. Unerbittlich zupfte und zerrte er an den Grenzen des Vampirreiches - vernichtete eine Verteidigungsfeste, mitsamt ihren Bewohnern, nach der anderen. In seiner grenzenlosen Gier danach, alleiniger Herrscher über alle Reiche der dunklen Seite der Zeit zu werden, ging der Dämon so weit, selbst in die Jahrmillionenalten Gefüge der Naturgesetze dieser dunkeln Dimension einzugreifen. Das war aus der Sicht des Lords ungeheuerlich. Der Dämon missachtete damit die hehren Grundgesetze aller schwarzen Existenz. Man musste ihn stoppen, bevor alles verloren war!

Bereits hatte der Dämon Schäden angerichtet, die nie wieder gut zu machen waren. Die Luft zum atmen wurde von Tag zu Tag dünner für die Vampire und ihre Magie zusehends schwächer. Die Vampirclans starben aus, da ihre Nachfahren verendeten bevor sie wachsen und erstarken konnten. Die Wut der Clan- und Heerführer der Vampire über diese Entwicklung der Umstände war masslos. Ihr oberster Lord, Carnuil Therowal, musste daher die Herausforderung zum Krieg unbedingt annehmen, die der Dämon ihm gegenüber ausgesprochen hatte. Das hatte er nun getan und konnte im Hinblick auf all die verheerenden Hintergründe nicht verstehen, wieso ihn die alten Vampire trotz allem nicht unterstützten - wollten sie denn die endgültige Vernichtung aller Greifer? Machten sie am Ende gar gemeinsame Sache mit dem Dämon?

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Und desweiteren...

...eine realistische Abhandlung mit erfundener Story und teilweise realen Fakten über das Leben von Rasern.                                            

All die Jungs, die unsere Zeitungen täglich mit wundervollen Bildern schmücken, verdienen es, dass mal jemand über sie schreibt. Wer bewundert ihre glitzernden, hochgetunten Autos nicht? Wer ist nicht hingerissen, wenn er von einem Wagen überholt wird, aus dem laute Technomusik dröhnt, der einem auf sehr rücksichtslose und spektakuläre Weise die Fahrspur abschneidet, und der einem am Ende vielleicht sogar noch den Stinkefinger zeigt, weil man ihn, den Erhabenen, nicht gleich vorbeiziehen hat lassen? Wir alle lieben diese waghalsigen-, draufgängerischen Machos, die nur dann wer sind, wenn sie in ihren laut röhrenden, bunten und immer glänzend polierten Maschinen sitzen und sich in dem Moment in Luft auflösen, oder sich auf wunderbare Weise in witzlose Clowns, ohne Flair und Charme verwandeln, sobald sie die Tür ihres Wagens von aussen schliessen.


Leseprobe:

Nun standen sie da, auf der einsamen Strasse, die Motoren ihrer Höllenmaschinen, in denen sie hockten, nicht mehr an und daher still. Jeder gab sich den eigenen Gedanken hin. Bereitete sich darauf vor, Grosses zu vollbringen - Blut zu schmecken und sehr grosszügig zu nehmen und zu verschwenden.
  Juan schwitze heftig. Er kochte vor Aufregung und lauter überwältigenden Visionen. Wahnsinn glänzte in seinen weit aufgerissenen Augen. Eine schmale Bahn Geifer hatte sich aus der linken Ecke seines Mundes gelöst und triefte ungehindert über das Kinn. Er merkte es nicht, denn nun war es endlich so weit. Das war der absolute, ultimative, göttliche Kick. Er war sich nicht sicher, ob er danach einfach so damit aufhören konnte. Fürs erste würde es aber reichen müssen. Musste es, wenn er heil davon kommen wollte. 
  Momentan wusste Juan aber nicht mehr, was er mehr wollte: töten, oder sterben. Seine Gefühle waren so durcheinander, dass er beinah abhob. Er konnte kaum noch klar denken.
  Es fühlte sich für ihn alles so gut an. So richtig, so vollkommen. Er wurde am ganzen Körper geschüttelt in seiner Ekstase und gleichzeitig ertrank er in einer umfassenden Ruhe und Ausgeglichenheit. Lachen wollte er, und schreien, doch er konnte nicht. Seine Kehle war momentan wie zugeschnürt.  
  Wenn es Dich da oben gibt, dann sieh zu, dass ich so viele wie möglich erwische. Denn falls ich heute nicht befriedigt werden sollte, dann hol ich’s mir eben ein anderes Mal. Hast du verstanden? Oh nein! Ist nicht meine Schuld! Verfluchte Scheisse! 
  Auf einmal löste sich die Verkrampfung in seiner Kehle und er liess dem Druck freien Lauf. Es Ist Nicht Meine Schuld!!!“, jedes Wort betonte er einzeln - dann: „Ich hasse dich, Vateeer, du verdammter Scheissversager! Er brüllte es so laut, dass der Schrei in seinen eigenen Ohren ein grelles Pfeifen auslöste. Während er schrie, hämmerte er wie besessen auf das Lehnkrad ein. 
  Nach einigen Minuten hörte er abrupt damit auf. So plötzlich, als hätte man in ihm einen Schalter umgelegt. 
  Mit stark zitternden Händen holte er die leicht zerknüllte Schachtel Zigaretten aus der Gesässtasche seiner engen Jeans hervor, nahm sich eine, steckte sie sich an, liess mittels der Automatik die Scheibe auf der Fahrerseite herunter und rauchte die Marlboro in fast völliger Lethargie.

Bardha, Georg und Azem schwitzten ebenfalls. Sie warteten darauf, dass Juan endlich seinen Wagen startete. Das würde der Startschuss sein, die Höllen-fahrt zu beginnen, so war es einstimmig verabredet worden. Von dem Moment an würde jeder für sich kämpfen. Wenn einer fehl ging, Mist baute und deswegen nicht pünktlich in der Halle war, würde nicht auf ihn gewartet werden. Die anderen Drei sollten in so einem Fall ohne zu warten ohne ihn fliegen. Nun gab es kein zurück mehr. Sie alle wollten es so. 

Die Spannung stieg von Sekunde zu Sekunde. 


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Und...

Seit dem 01.04.09 ist - Bruno Geschichte eines Psychopathen - fertig.

Dies ist ein kurzer, sehr schwarzer Psychothriller  Umfang 122 Seiten. 


Link zum Buch:   http://www.lulu.com/content/paperback-buch/bruno/8400136


Leseprobe zu BRUNO-Geschichte eines Psychopathen:

Ich halte es nicht mehr lange aus! dachte Bruno und war dabei so zerstreut und konfus, wie man nur sein kann. Sein klägliches Leben, soviel er davon bisher noch unter Kontrolle gehabt hatte, entglitt ihm und zwar so hundertprozentig und plötzlich, als würde heisser, sehr feiner Sand zwischen seinen zitternden Fingern hindurchrieseln. 

Es hatte vor Monaten wieder angefangen und wurde täglich schlimmer und schlimmer und    s c h  l  i  m   m   e   r.

Das Appartement und damit das gesamte Haus, das er bewohnte, waren unzumutbar geworden für ihn. Natürlich hätten sich viele nach dieser Bleibe die Finger geleckt. Immerhin war die Miete niedrig und die drei Zimmer sehr gross und geräumig. Bruno allerdings brach seit einigen Tagen schon in Schreikrämpfe aus, wenn er nur daran dachte, dass er dort wohnte. 

Der geistige Zustand Brunos war durch unzählige, schreckliche Umstände, die in seiner frühesten Kindheit wurzelten, so labil geworden, dass er jeden Halt im Leben verlor.

  Das Appartement war zum Zentrum von Brunos albtraumhafter Existenz geworden. Trotzdem stellte es nur die Spitze des Eisbergs dar. Alles entglitt ihm.

  Es brauchte zugegebenermassen nicht sehr viel, seinen ohnehin angeschlagenen Geist zu verwirren. Im Gegenteil. Es war nicht zuletzt auch Brunos überfürsorglicher Nachbar Raoul Beney, der jedes Mal wenn Bruno einen Laut von sich gab, herübergerannt kam und fragte, ob irgendetwas nicht in Ordnung wäre, der Bruno etliche Nerven kostete. Beney wohnte gleich neben Bruno, zur linken Seite, wenn man vom Treppenhaus her in den grossen Korridor und in die zweite Etage eintrat.

  Allerdings waren da weitere Parteien, die Bruno bedeutend mehr und grössere Kopfschmerzen bereiteten. Allen voran muss man diejenigen Leute erwähnen, die direkt gegenüber Brunos Appartement wohnten, denn die machten ihm das Leben endgültig zur Hölle.

  Da war erstens die Tatsache dass- und zweitens die Art wie sie ihn beobachteten, jedes Mal wenn er den grossen Flur im zweiten Stock betrat. Er konnte kommen-, oder gehen wann immer er wollte, sie standen bereit, ihre Tür einen Spalt zu öffnen und ihn anzuglotzen. Selbst wenn er noch so leise an ihrer Tür vorbei schlich.

  Bruno flippte gänzlich aus deswegen. Einmal hatte er sogar die Schuhe ausgezogen, um bei seinen Nachbarn nur ja nicht aufzufallen. Nur mit den baumwollenen Socken an seinen Füssen, war er ganz vorsichtig und leise die Treppe hochgeschlichen und nicht einmal er selbst hatte sich gehört. Sogar den verfluchten Atem hatte er angehalten, als er im zweiten Stock, wo er wohnte, angekommen war und das war ihm aufgrund seiner Leibesfülle nicht gerade leicht gefallen! Den Schlüssel zu seiner Tür wusste er so behutsam zu drehen, dass überhaupt kein Geräusch dabei entstand.

  Aber siehe da! Exakt in dem Augenblick, als er den Schlüssel ganz vorsichtig aus dem Schloss ziehen wollte, öffnete sich langsam die Tür gegenüber. Vorwurfsvoll und abschätzend glotzten diesmal gleich zwei von Ihnen durch den schmalen Spalt.

  Bruno hatte sich sofort umgedreht und sie laut angeschrieen. Das hatte sie wenig bis gar nicht beeindruckt. Sie waren einfach stehen geblieben und starrten ihn so lange an, bis er damit aufgehört hatte. Nicht einmal die Augen hatten sich bewegt, noch schienen diese Augen Lider zu besitzen. Als ob es keine Menschen, sondern nur Augen gewesen wären, die ihn beobachtet hatten.

  Aufgebracht hatte Bruno darauf seine Tür geöffnet, war völlig fertig in seine Wohnung gegangen und konnte sich den ganzen Abend, ob diesem Erlebnis, nichtmehr beruhigen.

 

Jetzt, seit neuestem, begann Bruno sogar von diesen verdammenswerten Augen zu träumen. Als er eines Morgens früh erwachte, war er förmlich in seinem Schweiss gebadet. Die Augen hatten ihn im Traum, lose in der Luft schwebend, durch das ganze Treppenhaus verfolgt, gar bis hinunter zur Haustür. Nur sehr, sehr knapp war er ihnen entkommen, bevor sie ihn einholen gekonnt hatten. Als er völlig in die Bettdecke verwickelt, in seinem Bett erwachte, hämmerte sein Herz und der Puls dröhnte gleich Pauken in seinen Ohren. Als ob er tatsächlich gerannt wäre.

  Ja, er war dick und er hatte Probleme mit dem Blutdruck. Rennen hatte er nie sehr schnell gekonnt. Da er seit seiner Kindheit die Menschenmengen hasste, ging er immer sehr schnell durch die Strassen. Aber rennen? Nein! Das kam nicht in Frage. Er war, aufgrund seiner Leibesfülle, überaus pingelig mit seiner Kleidung. Alles musste perfekt sitzen. Wenn man rannte, konnte man ja wohl schlecht darauf achten, dass die Kleider gut sassen, oder? Aber er war seiner Meinung nach nicht fett, wie sein bester Freund Denis neulich behauptet hatte. Bestenfalls füllig. Er brachte jedem der ihn Fett nannte nur ein einziges, ehrliches Gefühl entgegen: Abgrundriefen, vollkommenen, kranken Hass!

Es war zu einem Streit in ihrem Stammlokal gekommen. Seither hatte Bruno jedes Treffen mit Denis, seinem bis anhin besten Freund, strikte vermieden. Er hätte die Gegenwart dieses Menschen nichtmehr ertragen, auf gar keinen Fall.

  Sie waren am Freitagabend zusammen im Don Derrils gewesen, einem englisch-französischen Pub, garnicht weit von dem Block entfernt, wo Bruno wohnte. Bruno traf sich mit Denis immer an diesem Ort, fast jeden zweiten Freitag im Monat. Sehr oft drehte sich dabei die Unterhaltung um die überaus angenehme Erscheinung der Empfangsdame des RoiNoir. Das Hotel war vor etwa sechs Jahren unmittelbar neben den Block gebaut worden, in dem Bruno wohnte. Man konnte beim Vorbeigehen durch die Glastüren direkt zum Empfang sehen und einen Blick auf das Objekt der Begierde erhaschen. Die Schöne arbeitete an vier von sieben Tagen von neun Uhr morgens, bis Halbdrei Nachmittags in dem Hotel. Natürlich ahnte sie nichts von ihren beiden glühenden Verehrern. Schliesslich bestand bislang ja nur der Blickkontakt und der auch nur aus der Distanz.

  Aber wie dem auch sei. Bruno und Denis hatten sich an dem Abend in Rage geredet, weil beide angefangen hatten zu behaupten, die Dame würde bestimmt den Einen dem Anderen vorziehen. Keiner von beiden lenkte ein und so war es zu einem ziemlich heftigen Streit gekommen. Bevor Denis schlussendlich wutentbrannt, zutiefst beleidigt und schockiert und noch dazu aus Mund und Nase blutend aus dem Pub gerannt war, passierte folgendes.

  Denis war gegen Schluss der Diskussion, als jede Vernunft längst in Vergessenheit geraten war, aufgestanden und hatte Bruno ins Gesicht gebrüllt: „Sieh dich doch an! Du bist fett! Deine eklige Wampe quillt so weit über deinen Hosenbund, dass ich wetten würde, du kannst deine Pfeife nicht mehr sehen beim Pissen! Denkst du wirklich, sie würde von so einem fetten Kerl jemals etwas wollen, der dazu noch eine Glatze auf dem Kopf trägt? Mach dich bitte nicht lächerlich!“

  Bruno war darüber so zornig geworden, dass er viel schneller, als es ihm Denis jemals zugetraut hätte, aufgesprungen war. Ohne lange zu fackeln, hatte Bruno seinen Freund mit der Linken am Aufschlag des billigen Anzuges gepackt. Dann hatte er ihm ins Gesicht gespuckt und ihm die Rechte mit solcher Wucht ins Gesicht geschlagen, dass der getorkelt und rücklings gegen die Theke geknallt war. Stöhnend und völlig verdutzt war Denis einen Moment stehen geblieben, wo und wie er war. Er hatte sogar vergessen, sich die Spucke und das Blut aus dem Gesicht zu wischen, so perplex war er gewesen. Die Leute im Pub beobachteten das Ganze sprachlos. Niemand bewegte sich.

  Bruno war darauf zu ihm hin gegangen, hatte sich vor ihm aufgebaut und wütend gesagt: „Verpiss dich! Lass dich nicht mehr bei mir blicken! Ich kann gut ohne dich meinen Kaffee und das Wasser trinken, Denis! Los hau ab!“

  Denis war ohne jedes weitere Wort gerannt. So schnell, dass er beinahe die Tür des Pubs, die sich nicht sofort öffnen liess, gerammt gehabt hätte. Danach hatte sich Bruno wütend umgesehen. Alle in dem Pub beobachteten nun ihn. Man konnte nur noch die leise, irische Musik aus der Jukebox hören. Jede Unterhaltung war abrupt beendet worden. Und dann hatte Bruno es wieder gesehen. Was er immer erkannte, wenn er auf die Strasse und unter die Leute ging. Sie hatten ihn angeglotzt. Nicht in seine Augen, oder auf seine Füsse. Nein. Sie begafften seinen dicken Bauch. Sein Doppeltes Kinn. Vielleicht seine dicken Beine, aber am meisten seinen Bauch. Er konnte sie hören. Die Gedanken lesen und hören. Wie sie ihn verspotteten. Auslachten! Fettes Schwein! riefen sie.

  Der Typ hinter der Theke hatte, da er sich der Unterstützung seiner Gäste vermutlich sicher gewesen war, keck gerufen: „He du! Dicker! Es ist besser, wenn du jetzt bezahlst und gehst! Ich mag keine Keilereien hier drin. Das macht ´nen Zwanziger, mit den zerbrochenen Gläsern!“

  Bruno hatte sich langsam zu dem Barkeeper umgedreht. Als er ihn schliesslich im Blickfeld gehabt hatte, war er sehr langsam zur Theke gegangen, hatte überaus langsam seine Börse aus der Gesässtasche seiner Hose genommen, wütend einen Zwanzig-Franc-Schein daraus hervor geklaubt und ihn mit verdächtig unruhiger Hand auf die Theke gelegt. Dann hatte er die Börse wieder zurück gesteckt. Bebend vor Wut hatte er danach leise gesagt: „Hier sind deine Zwanzig, Freund. Und das hier, ganz in der Nähe des Geldscheines, ist Bruno. Kapiert? Einfach nur Bruno. Nicht Der Dicke und nicht Der Fettsack. Bruno. Haben wir uns verstanden?“

  Der Barkeeper hatte verstanden. Das jedenfalls hatte er durch ein mehr oder minder enthusiastisches Nicken seines Kopfes bestätigt. Dabei hatte er mit den Augen den Raum abgesucht, nach Leuten die ihm eventuell zu Hilfe eilen würden. Aber da war kein Einziger gewesen, der Anstalten dazu gemacht hatte. Alle hatten nur interessiert geglotzt. „Dann ist es ja gut“, fuhr Bruno fort und nahm den Schein mit Zeige- und Mittelfinger in seine Hand. „Hier nimm dein Geld, bevor dir der Kopf von dem nervösen Genicke abfällt, auf die Theke knallt und womöglich weitere Gläser dabei kaputt gehen.“

  Der Mann hatte nicht gleich reagiert und Bruno war zum zweiten Mal an dem Abend so richtig der Kragen geplatzt. „Nimm es! Wenn ich es dir hinter die Theke bringen muss, werde ich dich auf der verdreckten Kochplatte da, zwischen den ungeniessbaren, bekackten Hamburgern rösten, du verdammter Scheisser!“ hatte er so laut gebrüllt, dass selbst draussen auf der Strasse vor dem Pub, eine alte Frau stehen geblieben war, die gerade am Don Derrils vorbei ging und verwundert einen Moment lang durch die geschlossene Tür horchte.

  Der Mann hinter dem Tresen hatte den Schein ganz vorsichtig und langsam aus der Hand Brunos genommen, nachdem er hörbar geschluckt hatte. Für ihn entwickelte sich das alles hier zu einem einzigen Albtraum. Immer noch waren alle Anwesenden dabei, sie gespannt zu beobachten. Bruno hatte die Augen des Mannes dabei nicht eine Sekunde lang unbeobachtet gelassen. Er hatte gewartet, bis der schmächtige Mann, der bestimmt schon gegen die sechzig ging, die Note in seinen Fingern gehalten hatte. Erst dann hatte er laut ein „Huh!“ ausgestossen. Der Alte war so heftig zusammengezuckt, dass er dabei mit der einen Hand zwei lange, dünne Weingläser umgeworfen hatte, die direkt vor ihm dutzendweise aufgebaut gewesen waren. Eines davon war durch den Sturz laut klirrend zerbrochen. Schwitzend und mit riesigen Augen hatte es der Barkeeper mit raschem Seitenblick zur Kenntnis genommen und daraufhin schnell wieder in Brunos Augen geblickt. „Es tut mir leid, Monsieur! Ich wollte sie nicht…“, brabbelte er sehr schnell und wurde immer bleicher. Bruno hatte seinen Finger gehoben und der Alte war sofort verstummt. „Nenn mich nie mehr Dicker. Zu deinem eigenen Besten. Nie wieder!“ hatte Bruno in angezischt. Danach hatte er sich umgewandt, den Leuten im Pub einen abschätzenden Blick zugeworfen und in gemessenem Schritt nach draussen gegangen.

  Keiner hatte ein Wort gesagt, solange sich Bruno noch im Pub aufgehalten hatte. Auch danach, als er weg gewesen war, sprachen die Leute nur sehr leise über die Sache. Nicht wenige verliessen dann plötzlich und fast fluchtartig das Lokal, hatten aber erst eine kurze Weile wie verschreckte Hasen auf ihren Plätzen gewartet und zur Tür gestarrt. Vermutlich wollten sie sicher sein, dass der Irre nicht zurück kam und ihnen so den Weg abschnitt. Als der Barkeeper ebenfalls sicher gewesen war, dass Bruno nicht mehr zurückkehren würde, hatte er damit begonnen, aufgeregt zu stammeln: „Der Kerl ist ja irre! Was der für ein Theater macht, wegen der paar Worte… Habt ihr seine Augen gesehn, Leute? Der hat ne Macke, ne riesengrosse Macke!“

  Zitternd hatte er sich danach die Cognac Flasche, die hinter ihm im Gestell zwischen all den anderen Flaschen stand, geschnappt und eigentlich vorgehabt, sich ein Glas davon einzuschenken. Hatte es sich dann aber anders überlegt und direkt einen grossen Zug aus der Flasche getrunken. Niemand hatte ihm geantwortet. Ja. Sie hatten sehr wohl die Augen Brunos gesehen. Keiner von ihnen hatte Ärger gewollt mit dem dicken, grossen und zum Jähzorn neigenden Psychopathen.


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Ausserdem:


Tubasius Wennerplex

Tubasius ist absolut unheimlich, wahnsinnig schräg und in jeder Hinsicht jenseits jeder Normalität.
Er versucht seine Existenz damit zu erklären, was vor langer Zeit auf längst vergessenen Pergamenten nieder geschrieben wurde. Und doch findet er niemals das endliche Schriftstück. Oder doch? Er hat Zeit... . Er hat einen starken Willen und er ist in unserer Realität bereits ..., nun..., sie würden vielleicht sagen, er ist tot. Doch ich bin mir über diese Tatsache noch immer nicht sicher...
Es gibt Tage, da ist sich Tubasius nichteinmal selbst sicher darüber, was er ist. Oder wer er ist.

Er will nur lesen. Das ist alles...



Hier das Bild zum Büchlein:


Dieses Ölbild (Masse ca. 30x40 cm) wurde von Charles Héritier Debons gemalt. Bei ihm liegen auch die uneingeschränkten Rechte und das Copyright für das Bild. Für das Gemälde, das er mir geschenkt- und das er extra für mein Buch gemalt hat, bin ich ihm sehr dankbar! 

Das ist der Dunkle Raum, den man auf dem Bild sieht und in dem Tubasius sein gesamtes Leben als Erwachsener verbringt. Hier durchlebt er all die Schrecken.


Hier eine kurze Leseprobe:

1.Akt dieser längst vergessenen Geschichte

Er sass zusammengekauert hinten, ganz am Ende des finsteren Raumes. Seine Arme waren satt an seinem hageren Brustkorb angewinkelt, während er geräuschvoll grübelte. Kein Platz. Zu eng. Zu dunkel. Zu karg zum denken. Und doch.  

Er dachte und eine vollkommen trockene Träne rann dabei über seine gelblich-weisse Wange, die ihre Farbe vor zahllosen Jahren verloren hatte, so glaubte er.   

Das Pergament-Papier hielt er dermassen straff in seinen spinnengleichen, abgemagerten Händen, dass es zu zerreissen drohte. Er zitterte leicht, nein, er bebte leicht, wie ein altes, brüchiges Gebäude, nahe eines maroden Geleises, wenn der von allen verlassene Zug darüber donnerte.   

Nur eine einzige, längst überfällige Kerze brannte in dem riesigen Raum, der voller geheimer, wenn auch unverschlossener, Fächer war.  

Wo ist mein Leben? Wo ist das Licht? Seit wann sehe ich nichts mehr?Der alte, hölzerne Stuhl unter seinem knochigen Hintern knarrte anklagend, als er sich nicht bewegte. Die meist ruhige Flamme der Kerze flackerte in dem Wind, der den Weg in diesen dunklen Raum niemals finden würde.  

Das Weiss seines einen, geöffneten Auges leuchtete aus dem Schatten hinaus, in dem der Alte sass. Wahnsinn flimmerte darin. Wo finde ich mein Leben? Wo finde ich es?  

Sein linker Schuh wollte nicht knarren, als der magere, grosse Zeh des Mannes von innen und durch die trockene, dünne Socke hindurch, dagegen scharrte. Das Leder weigerte sich einfach. Selbst die fadenscheinige Jacke klammerte sich trotzig an ihm fest, um ja kein Knistern von sich geben zu müssen. Uralte, längst getrocknete Schweissflecke prangten in den Achselhöhlen der toten, abgenutzten Jacke.   

Ganz langsam drehte er den Kopf, spähte in die Ecke mit den vergilbten Schildern an den Schubladen, die sich niemals von ihm öffnen lassen würden. Oder doch? Werd ich euch öffnen? Jemals? Vielleicht heute? Morgen?Wieder knarrte der Stuhl, als ob er protestierend schrie´: „Beweg dich endlich!“, so klang es diesmal.   

Dabei sind meine armen Arme eingeklemmt, schon so lange! Wie sollte ich jemals aufstehen? Ich habe solchen Hunger nach Leben! Und ihr verspottet mich! Klagte er sie alle an. Die Dunkelheit, den Stuhl, die Wände aus Schubladen, die ihn festhielten. Die längst fällige Kerze, die seit Jahrzehnten brannte.Wie kannst du noch immer brennen? Ja, du lebst! Und ich?!   Ohne dass er es wusste, schlief er ein, sackte in sich zusammen und ruhte unruhig. 


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Hier eine der Geschichten aus meinem Kurzgeschichtenbuch. In voller Länge und exklusiv zum Geschenk an Euch, liebe Leser und Leserinnen. ;-)

"Irre!"

Todmüde schlug sie ihre grossen Augen auf und das Grün darin sandte einen blitzschnellen Funken aus ihnen hinaus, als die gleissend helle Sonne schonungslos ihren Strahl geradewegs in diese Augen hinein stak.

„Ah!“, schrie sie sofort dumpf auf und schlug sich schützend die linke Hand vors Gesicht. „Warum hat denn keiner die Vorhänge gezogen? Ist ja ätzend!“, reklamierte sie nuschelnd. Wut, Überraschung und Verwirrung kletterte ihre Kehle hoch, liess ihr Herz schneller schlagen und machte es ihr unmöglich, einfach weiter zu schlafen, dabei war sie noch durch und durch müde, um nicht zu sagen erschlagen. „Mist! Wieder vergessen, die Vorhänge zu zuziehen!“ Hättest dran denken sollen, dumme Kuh! Aber wo war Pierre? Er dachte sonst immer daran, die Vorhänge zu ziehen, bevor sie frühmorgens nachhause kam.

  Ja, wo war der überhaupt? Sie konnte ihn nicht hören. Sonst hörte man ihn immer morgens.

  „Pierre? Pierre!

  Von Pierre war keine Antwort zu hören.

  „Pierre!“, rief sie wiederholt, jetzt klang es beleidigt. Sie hatte eine für Pierre typisch schnoddrige Antwort erwartet. Doch da war nichts - weder schnoddrig, noch sonst wie. Morgens ohne seine Geräuschkulisse zu erwachen war ungewöhnlich. Er hatte doch immer was zu referieren, oder sonst wie rumzulärmen.

  Pierre lebte mit ihr in dieser Wohnung. Er und Marga. Sie waren seit zehn Jahren befreundet und teilten sich Miete, Wohnung und auch sonst so einiges. Sie verstanden sich bestens. Pierre studierte Geschichte an der hiesigen Uni. Er war ein typischer Chaot, sonst aber ganz liebenswert, vierundzwanzig Jahre alt, absolut zuverlässig und stets dazu bereit, allen seinen Freunden hilfreich zur Seite zu eilen.

  Marga, seine Freundin, war ein wahrer Schatz. Ohne Marga hätte sie längst das Handtuch geworfen. Marga war immer für sie da, an guten und schlechten Tagen. So oft hatten die beiden schon ganze Nächte lang geredet und unendliche Tage lang konstruktive Gespräche über das leben und die Liebe, Pierre… und alle anderen bewegten Themen dieser Welt geführt. Sie und Marga waren praktisch unzertrennlich. Pierre war der wichtige Faktor, der die beiden Frauen immer wieder auf den Boden des Alltags zurückholte, wenn ihnen alles wieder einmal viel zuviel wurde.

  „Pierre, Marga? Hey!“ Missmutig schob sie die Decke von sich und erhob sich aus dem warmen, angenehmweichen Französischen Bett, das sie sich selber gekauft hatte. Ihre nackten Füsse berührten den verhältnismässig kalten Plattenboden und sie zuckte deswegen leicht zusammen. Der kleine Teppich vor dem Bett war wieder einmal verrutscht und befand sich momentan vermutlich irgendwo unter dem Bett. Oder wo auch immer. Warum ist der Teppich eigentlich nie da, wo er hingehört? Das fragte sie sich immer wieder, ohne je eine Antwort darauf zu bekommen.

  Das war kein Start in den Morgen, wie sie sich ihn wünschte. Leichte Kopfschmerzen wollten sich einstellen und sie konnte kaum einen Meter weit sehen durch die entzündeten Augen.

  Letzte Nacht war mörderisch gewesen. Vier Freier hatte sie gehabt und einer von ihnen, ausgerechnet der letzte in der Reihe, hatte eine Spezialeinlage gewünscht. Natürlich hatte er dafür ordentlich gezahlt, aber trotzdem, Sonderwünsche waren in ihrem Job immer anstrengend.

  Mit bleichem Gesicht und wild zerzaustem Haar stand sie einige Augenblicke still vor dem Bett, schlang sich fröstelnd die Arme um den Leib und horchte. Weder aus der Küche, noch aus dem Wohnzimmer war irgendetwas zu hören. Ohne sich danach umzudrehen tastete sie nach dem dünnen Morgenmantel aus Seide und fand ihn. Schnell schlang sie sich das knappe Teil um den nun rasch abkühlenden Leib.

  Wo sind die? Es ist Samstag, überlegte sie sich stirnrunzelnd und warf einen schielen Blick auf den Wecker. Ihr Gefühl hatte sie nicht getäuscht – es war bereits nach zehn Uhr. Pierre und Marga schliefen selten länger als bis Acht. Auch an den Wochenenden nicht. Beide waren freischaffend und konnten sich ihre Zeit nach Belieben einteilen – ausserdem waren beide sehr sportlich. Und keiner der beiden würde die Wohnung verlassen, ohne ihr bescheid zu sagen. Meistens lag ein Zettel auf dem Nachttisch neben dem Bett, wenn sie ausgingen, bevor sie aufwachte. Aber da lag kein Zettel.

  Ausserdem haben wir heute gemeinsam was machen wollen, dachte sie irgendwie beleidigt und immer schlechter gelaunt.

  „Marga! Pierre!“, rief sie nochmals sehr laut und setzte sich und ihre steifen Glieder leise stöhnend in Bewegung. Und warum riech ich keinen Kaffee? Was geht hier eigentlich ab? Hat Pierre morgens jemals keinen Kaffee getrunken, überlegte sie kopfschüttelnd. Darauf gab es jedoch nur eine Antwort, ohne dass man lange überlegen musste: Nein! Also, wo blieb der Duft danach? Und Marga sang morgens immer ihr Lied, manchmal gut- und manchmal missgelaunt, aber sie sang, oder summte es immer. Manchmal konnte das schon nerven, auch wenn sie es meistens schon gar nicht mehr bewusst wahrnahm nach all den Jahren.

  Während sie missmutig den Weg in die Küche einschlug, warf sie überall hin prüfende Blicke. Komisch, alle Türen stehen offen. Was? Eine berechtigte Frage, Marga schloss immer die Türen, sie war in solchen Dingen regelrecht pingelig.

  So langsam wurde es unheimlich. Nichts deutete darauf hin, dass die beiden ihren üblichen morgendlichen Aktivitäten nachgegangen waren.

  Sich mit einer fahrigen Geste das hellblonde, sehr lange Haar aus dem Gesicht wischend und sich dabei fast selber einen Nasenstüber verpassend, eilte sie nun in die Küche.

  Alles stand noch genauso da, wie gestern morgen, nachdem sie gemeinsam den Abwasch gemacht hatten.

  „Die verarschen mich bestimmt“, sagte sie mit einer wegwerfenden Geste leise zu sich selbst. Dabei überlegte sie sich angestrengt, weswegen Marga und Pierre sie verarschen wollen mochten. Was für einen Anlass dafür gab es? Was hatte sie getan, um eine Verarsche zu verdienen? Ohne wirklich darauf zu achten was sie tat, bereitete sie sich per Knopfdruck einen Kaffee zu. Während das heisse Getränk in die geblümte Tasse plätscherte, in ihre geblümte Tasse, lehnte sie sich mit verschränkten Armen an das Küchenmöbel auf dem die riesige, jetzt laut surrende Kaffeemaschine stand und dachte nach. Sehr bald verlor sie jedoch die Lust am Nachdenken und rief genervt: „Ihr kommt jetzt sofort aus euren Verstecken und hört auf mit der Kacke! Wenn wir heute was unternehmen wollen, das einigermassen Sinn macht, ist für so was keine Zeit ihr zwei Kindsköpfe! Los, zeigt euch!“ Resigniert zuckte sie mit den Schultern und schüttelte den Kopf.

  Während sie der Kaffeemaschine zuhörte und gleichzeitig überlegte, was sie denn überhaupt anstellen könnten, schweifte ihr Blick ziellos durch den Raum und blieb schliesslich auf der Schachtel Zigaretten haften, die auf dem Tisch lag. Mais oui! Genau euch hab ich vermutlich gesucht, ihr Süssen! Dachte es und schritt mit wenigen, langen Schritten zum Tisch hinüber, um sich eine schmackhafte Brunette mit Doppelfilter anzustecken.

  Und da blickte sie aus dem Fenster der Küche. Erst da. Zuvor nicht.

  Ihre Gesichtshaut verlor augenblicklich alle Farbe, wurde aschgrau, fast durchsichtig und ihre Augen traten weit aus ihren Höhlen hervor.

  „Da.. da.. da.. das gibt’s doch gar nicht! W.. w.. warum tust du das, du verdammter Spinner?“, wollte sie wissen und meinte Gott damit. Das sagte sie immer, wenn etwas in ihrer nahen Umgebung passierte, das sie sich nicht sofort erklären konnte. Sie stand mit Gott auf Kriegsfuss, denn er tat sehr oft überspitzte Dinge in ihrer Gegenwart, fand sie jedenfalls. Aber das hier war die Krönung aller Überspitztheit, soviel stand für sie absolut fest!

  Durch die leicht beschlagene Scheibe des Küchenfensters sah sie einen Schuh, und was für einen! Er war kolossal, gigantisch in seinen Ausmassen, genau wie der Knöchel des Fusses, der in dem Schuh steckte. Es war ein vornehmer, lederner Halbschuh, schwarz. Glänzend gewichst. In tadellosem Zustand. Die Socke um den Knöchel ebenfalls schwarz, glatt, makel- und faltenlos hochgezogen, vermutlich durch einen Sockenhalter fixiert, damit er nicht runterrutschen konnte. Das ganze ungefähr so gross wie die Titanic.

  Sie stiess ein langes, endgültiges Stöhnen aus. Während der Riesenschuh so unendlich langsam an dem Fenster der Küche vorbeizog, hob er sich immer mehr. Bald konnte sie deutlich die Sohle des Schuhs sehen und riss ihren Mund so weit auf, wie es nur ging. Die Gelenke ihres Kiefers quietschten schon beinah, weil sie den Mund weiter aufsperren wollte, als die Natur zulassen konnte. Die Zigarette, die unangezündet zwischen ihrem Daumen und dem Zeigefinger hing, plumpste unbeachtet auf den Tisch, die Hand folgte der Zigarette, schlaff, vollkommen vergessen von ihrer Besitzerin.

  An der glatten, ledernen Sohle des Schuhs klebte ein Körper, der blutende Kopf schlingerte leblos hin und her. Der Torso war zwar ziemlich platt gedrückt, doch man konnte ihn erkennen, wenn man die Person gekannt hatte, die Zeit ihres Lebens unzertrennlich mit diesem Torso verbunden gewesen war.

  „Das Blut... da tropft Blut von deinem Kinn, Marga...“, lallte sie in ihrem Schock. „Und deine gelbe Bluse.. ist zerknü.. knüllt. Scheisse...“ Ganz langsam trat sie näher ans Fenster, obwohl sie eigentlich gar nicht mehr sehen wollte, als sie bereits gesehen hatte. „Moment mal. Der Schuh...“, ächzte sie plötzlich.

  Irrsinn glänzte in ihren Augen. Ihr Verstand war auf gutem Wege dazu, sich zu verabschieden. Das war eindeutig mehr, als sie verkraften konnte.

  Das ist Pierres Schuh... Stöhnend liess sie alle Luft aus ihren Lungen entweichen, als sie es dachte. Ihr wurde schwindlig und schlagartig übel. Jedoch, das kupferfarbene Zeichen, das am hinteren Teil des Schuhs angebracht war, war eindeutig. Es war das Emblem des Herstellers, ein grosses H. – Heryar, eine edle Marke. Pierre mochte diese Schuhe, weil sie so überaus bequem und trotzdem robust waren.

  Das ist Pierres...

  Augenblicklich drehte sie sich auf der Stelle um. Ungelenk wie ein mechanisch betriebenes Unding schritt sie durch die Küche und den kurzen Korridor zur Haustür. Mit einem Ruck riss sie die Tür auf und starrte mit toten, weit aufgerissenen Augen vor sich auf die nahe Strasse. Dort herrschte ein heilloses Durcheinander. An etlichen Stellen klebten Blut, Extremitäten und tote, plattgedrückte Menschen auf dem Asphalt, Menschen schrieen, fluchten, klagten. Manche irrten ohne Ziel und Verstand umher, ohne zu wissen, wohin sie eigentlich wollten.

  Und sie dachte nur: Warum habe ich davon drinnen nichts gehört? Und als es mit einem Mal dunkel über ihr wurde, richtete sie den Blick ohne wirkliches Interesse und ganz langsam zum Himmel über sich.

  Etwas kam von oben herab auf sie sie zu geflogen. Es war knallrot und riesig. Und rund.

  Unbeherrscht kreischend stürzte sie zur Seite. Nur knapp entkam sie dadurch dem sicheren Tod, starrte das Ding danach ungläubig an, das mit einem scheppernden, klackenden Knall trudelnd zum Liegen kam. Keuchend musterte sie es. Ängstlich, als könnte das Ding sie nächstens angreifen, oder beissen versuchte sie gleichzeitig davor zurückzuweichen.

  Es schimmerte wie Perlmutt in der Sonne, hatte zwei gleichmässig grosse Löcher etwa in der Mitte und war knallrot – ausserdem war es sicherlich so gross wie das Dach eines VW-Kombis. In einem der Löcher steckte so etwas wie ein rotes, etwa zwei Meter langes Tau, das an beiden Enden ausgefranst war.

  Sie wusste plötzlich mit absoluter Sicherheit, dass dies ein Manschettenknopf von Pierres rotem Hemd war, das sie ihm letzten Winter zu seinem Geburtstag geschenkt hatte.

  Ein schrilles Kichern entglitt ihrer Kehle. Nur ganz kurz, dann begann sie zu weinen, ohne dabei Tränen zu vergiessen. Die Kopfschmerzen wurden zu einem üblen Dröhnen.

  Zitternd am ganzen Leib machte sie sich auf den Weg zurück in ihr Zimmer. Ihre Arme liess sie schlaff herabhängen und sie schlingerte kraftlos von einer Seite zur anderen. Mehrmals stiess sie gegen Möbel und Bilderrahmen, holte sich dabei blaue Flecke an den Armen und bemerkte es nicht. Bevor sie sich auf ihr Bett fallen lassen konnte, als sie keuchend atmend im Zimmer angekommen war, verdunkelte sich plötzlich der gesamte Raum um sie herum und sie blieb wie angewurzelt stehen.

  Etwas Gigantisches erschien vor dem Fenster, ein Ding, das sie nur sehr undeutlich erkannte. Sie schrie panisch auf, als die Scheibe in tausend Teile zersplitterte und ein gewaltiger Finger durch das splitternde Chaos hindurch ganz langsam auf sie zukam. Hinter dem Finger erschien gleich darauf ein riesiges Auge im ausgefransten Durchlass des ehemaligen Fensters, das sie offen und interessiert anstarrte.

  „Pierre...“, ächzte sie. Sie wusste einfach, dass das Pierres Auge war. Sie wusste es. Und konnte es nicht fassen.

  Sein Schuh, sein Manschettenknopf, sein Auge... Ich will hier raus... Bitte!

  „Was geschieht denn nur? Pierre...“, fragte sie das Auge stotternd und kraftlos und spürte, wie sich ihr Hirn in wabbelnde Gallert verwandelte.

  „Kannst du mir sagen, wo Marga ist? Ich kann sie nirgends finden. Wir wollten doch was zusammen machen heute, wo bleibt sie denn?“, fragte Pierre besorgt nach. Seine Stimme schallte dermassen laut durch das zerbrochene Fenster hindurch in ihr Zimmer, dass sie sich sofort beide Hände auf die Ohren pressen musste. Ihr Kopf drohte zu explodieren.

  Sie schrie und schrie und schrie, als ihre Nerven endgültig ausfransten und ihr Verstand gleich einem Luftballon zerplatzte.  

  

  

Irre, nicht wahr? Das Leben kann ganz schön bunt sein...


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