Details und Leseproben zur Eislandkrieger-Trilogie
Fakten - Zahlen und Links
Der erste Teil "Eislandkrieger-Exodus" broschiert, wird ja bekanntlich seit Ende September 08 über den Novum-Verlag in Österreich (Neckenmarkt Austria) vertrieben. Auch in Deutschland und natürlich auch hier in der Schweiz. Man kann das Buch hochoffieziell für Euro 21.90/Österreich - Euro 21.30/Deutschland und SFr.38.50/Schweizerwerben. Der erste Teil umfasst 374 Seiten und bildet den Einstieg in die spannende Trilogie.
Hier wird der Krieger BaL Hhrakk vorgestellt. Ihr lest über seinen Kampf gegen den bestialischen Eisdrachen Crucha Meth und seine, zu beginn noch komplizierte, Liebe zu Doro - der wundervollen Kriegerin aus dem Roten Tal. Dies ist mein Erstlingswerk. Viel Spass beim Eintritt in die Welt des Eislandkriegers!
Der zweite- und dritte Teil dieser Trilogie sind ab sofort nur noch als Taschenbuch und mit neuem Layout erhältlich.
Neue, brandaktuelle Ausgabe von: "Eislandkrieger-Doro" Ich persönlich finde, dass dies hier der aufwühlenste Teil der Trilogie ist. BaL gerät dermassen in die Zwickmühle, dass er bald wirklich nicht mehr weiss, woran er noch glauben soll. Ich denke mal, wenn es ihm in seinem Leben jemals wirklich wirklich schwer gefallen ist, noch an die Götter zu glauben und Ihnen zu vertrauen, dann war es hier, in diesem Lebensabschnitt. Harte Proben im Leben sind da, um sie zu bestehen. Aber kommt es euch nicht auch manchmal vor, als ob die Götter bloss einfach verfluchte Sadisten wären? BaL mochte dies mehrmals gedacht haben. Wobei..., denkt ein Krieger so?... Ich denke ja. Immerhin wird ihm seine Doro... Halt! Beinah hätt ich zuviel gesagt. Lest doch selber nach. Viel Spass dabei!
Neueste Ausgabe von Teil 3: "Eislandkrieger-Morred" Morred, die Tochter BaLs und Doros ist als kleines Mädchen sehr süss und bezaubernd - vor allem natürlich wenn sie lächelt und lacht. Diesen Charme verliert sie jedoch niemals in ihrem Leben. Oder zumindest bestimmt nicht in dem Ausmass, wie das bei manchen Menschen der Fall ist, die im Hier und Jetzt unserer bisweilen nervtötenden Realität leben. Gut, sie hat den Vorteil, in der formidablen und über alle Massen ehrenwerten Schmiede der Bbrawen geboren zu werden - dort zu leben und immerdar sein zu dürfen. Hier, in diesem letzten Teil wird ihr allerdings, ähnlich wie ihrem Vater früher, für kurze Zeit der sichere Boden unter den Füssen weggezogen. Unverhofft wird ihr eine tragende, sehr wichtige Rolle zuteil... Wird sie damit umgehen können und ihrem Schicksal gerecht werden?
Die Eislandkrieger-Trilogie ist ein Fantasyroman, der hauptsächlich vom Leben des Kriegers BaL Hhrakk und seiner Familie handelt. BaL Hhrakk ist der Sohn Hlirrs, des mächtigsten aller Lichtgötter. Die Aufgabe die ihm die Götter gestellt haben, ist in erster Linie die Suche nach seinem Selbst und erst in zweiter Linie der Kampf gegen das Böse. Er ist, allerdings ohne das wirklich zu wissen, auch der gelungene Versuch der Göttlichkeit, sich selbst zu verstehen und besser kennenzulernen. Zu Beginn kämpft und wandert der Krieger allein. Dann, nach und nach lernt er aber viele dunkle Wesen und seinen eigentlichen Sinn im Leben, Doro kennen. Diese Frau zeigt ihm, was es heisst, wahre Liebe zu erfahren
Es ist ein sehr gefühlvoll geschriebener Roman, voller Erfolge und Enttäuschungen. Vielleicht findet tatsächlich der Eine oder Andere sich selbst wieder in dieser Geschichte, denn, abgesehen vom fantastischen Hintergrund, könnte das alles jedem von uns passieren. Der geneigte Leser möge versuchen zwischen den Zeilen zu lesen. BaL Hhrakk ist zum grossen Teil auch nur ein Mensch.
Die Leseproben zur Eislandkrieger-Trilogie 1. - 3. Teil
Leseprobe aus "Eislandkrieger - Exodus" 1. Teil der Trilogie
4. Kapitel - Das Hwork
BaL lief schweigend in Richtung der Berge, wo er Crucha Meth vermutete. Er versuchte nicht daran zu denken, dass er einen Begleiter hatte. Beinah wäre es ihm gelungen. Doch durch das schnelle Laufen öffnete Maffchar sein Maul, um besser atmen zu können, immerhin war die Luft dünn und sehr kalt. Das gab BaL eine dauernde, sehr unwillkommene Bestätigung der Anwesenheit des Hworks, das wirklich ungemein übel roch. Selbst der anhaltende Eiswind, der in diesem felsigen, ewig verschneiten Land herrschte, vermochte es nicht, den ekligen Gestank, der das Hwork einhüllte und durch den einfachen Vorgang des Atmens noch um das vielfache verstärkt wurde, zu vertreiben und der Krieger roch ihn besser, als ihm lieb sein konnte.
Endlich sah BaL, während des Laufens, verärgert in Maffchars Augen und gebot ihm anzuhalten. Als sie beide zum stehen gekommen waren, sagte BaL angeekelt zu Maffchar: "Hör zu, du stinkst aus deinem Maul und das sogar gewaltig. Ich habe nicht vor, länger neben dir zu laufen. Geh weg, oder nimm genügend Abstand. Sonst werde ich dir deinen stinkenden Kopf abschlagen und ihn und den ganzen jämmerlichen Rest verbrennen, damit niemand mehr durch diesen Gestank behelligt wird. Haben wir uns klar verstanden?" Maffchar stand schnaufend da und atmete seinen Gestank in dichten Dampfwolken aus, die aufgrund der herrschenden Kälte wie kompakte Schleier aus seinem unförmigen Maul drangen. Während er seinen Kopf gekränkt in die andere Richtung drehte, fragte er, um Beherrschung ringend: "Alsso gutt, Hwarrum belleidigscht tu misch? Isch habb dirr keinn Grundd dassu gegebben! Uhrr!" "Weil ich es leid bin, die ganze Zeit von modrigem Gestank umgeben zu sein.“ Antwortete BaL, mehr als verstimmt. „Ich weiss nicht, wie lange wir unterwegs sein werden. Aber eins ist sicher, wenn ich das noch länger ertragen muss, werde ich alles, was in mir ist, ausspucken. Mir ist jetzt schon speiübel! Warum stinkst du eigentlich so? Es macht den Anschein, als würdest du lebendig verrotten. Woher kommt dieser Gestank nach Kot und …Tod bloss?" "Esch reischd Kriggerr! Isch kann nnichts taffürr. Alscho lasch esch gutt scheinn. Uhrr!" Erwiderte Maffchar verdrossen und mehr zu sich selbst, als zu dem Krieger. Er wollte keinen Streit mit diesem mächtigen Eislandkrieger. Es machte Maffchar sogar etwas traurig, dass er andauernd so herablassend behandelt wurde. Er wollte helfen und das war der Dank? Menschen…"Du wirst hinter mir laufen und das in gutem Abstand." Beharrte BaL stur. "Sonst werde ich allein weiter gehn. Deine Entscheidung!" Maffchar grunzte vernehmlich und verzog dabei sein speckiges Gesicht zu einer noch hässlicheren Fratze, als sie es sowieso schon war. Dann meinte er leicht gereizt: "Isch habbe disch auss tem Loch hgeholdd. Uhrr! Hohne misch währsch tu nischd hierr. Lasch misch in Ruhh! Bidde! Uuhrrrrrr!"
Maffchar mochte es grundsätzlich überhaupt nicht, von den Menschen, die seiner Meinung nach auch stanken und trotzdem eigentlich zu seinem Futterressort gehörten, beleidigt zu werden. Er begriff zwar in seinem kleinen Hirn, dass er jetzt besser ruhig war. Denn er wollte wirklich gerne den Drachen sterben sehen. Doch allmählich verlangte alles in ihm danach, es diesem Krieger hier zu zeigen.
Maffchar hatte im Lauf des Weltengeschehens nie eine grosse Rolle gespielt. Geschweige denn, dass er das je gewollt hatte. Hworks waren von Natur aus eher bescheidene, genügsame und eigentlich friedfertige Einzelgänger. Doch er kannte BaL Hhrakk durch die Geschichten, die man sich überall in den Eislanden von ihm erzählte. Und er wusste, dass er durch den Krieger genau so gut sterben konnte, wie der Drache, um den es hier ging. Nicht dass er Angst vor BaL hatte, nein, sogar im Gegenteil. Maffchar überlegte sich nun, ob er BaL dazu bringen konnte, ihn zu mögen, wenn er ihn zum Kampf herausforderte und vielleicht gar schlug. Schliesslich war BaL Hhrakk der ruhmreichste Krieger in diesem Land. Wenn man ihn im Kampf schlägt, muss der einem doch dann mögen, oder? So wendete und drehte das Hwork seine Gedankengänge hin und her.
Respekt kannte das Hwork nicht. Jedenfalls fehlte ihm das Wort dafür. Zudem waren Hworks Dank ihrer Körperkraft, ihrer Größe und ihrem kräftigen Gebiss nur wenigen Wesen in den Eislanden im Kampf unterlegen. Nun, Maffchar wollte es versuchen. Er würde BaL entschlossen angreifen, um zu sehen, wie der darauf reagierte. Artgenossen von Maffchar hatten es schon fertig gebracht, unter den Menschen Freunde zu finden. Nur wusste Maffchar beim besten Willen nicht, wie die das angestellt hatten. Es war für dieses Hwork eben nicht einfach zu begreifen, dass es einerseits mit den Menschen reden und sie verstehen konnte. Sie aber andererseits mit Vorliebe fraß. Deshalb waren fast alle Hworks Einzelgänger. Den meisten von Ihnen fehlte die Gabe zu wissen, wie man mit andersartigen Lebewesen Freundschaft schloss. Aber genug des Nachdenkens. Maffchar wusste aus Erfahrung, dass ihn das nur müde und träge machte. Er wollte lieber handeln. Also öffnete er sein fleischiges, großes Maul und knurrte BaL laut an. Doch der beobachtete ihn nur ruhig und angeekelt und verdrehte abschätzig die Augen. Na gudd Krriggerr, dachte sich da Hwork und sagte provozierend: "Willst tu kämmpffe mit mir? Tann tu ess toch! Uhrr!!" Dabei drehte das Hwork seinen Kopf leicht zur Seite.
Augenblicklich zückte BaL sein Schwert. Darauf hatte er gewartet. Dieses Tier war anscheinend einfach zu dumm zu begreifen, dass es gegen ihn, BaL Hhrakk, keine Chance hatte. Bereit zum Kampf, baute er sich mit erhobenem Schwert und ausgebreiteten Armen vor dem Hwork auf und nickte auffordernd.
Leseprobe aus "Eislandkrieger - Doro" 2.Teil der Trilogie
11. Kapitel - Seelenpein
BaL sah und hörte nichtsmehr. Er war ganz Mittel der Götter, sein Körper die mächtige Quelle des Urfeuers. Dieser Körper leuchtete und strahlte jetzt wie ein magischer Stern. Doro hockte zusammengekauert und wimmernd auf dem Boden und schützte sich, so gut es ging. In ihren Augen glomm der Wahnsinn. Sie hatte nur noch Angst, denn sie hatte alles verloren und sah sich wehr- und waffenlos einem epischen Kampf gegenüber, von Mächten ausgelöst, denen sie nichts entgegen zu setzen hatte. Gheya wartete nicht tatenlos ab, bis die Flammen sie erreicht hatten. Sie erhob in mörderischem Schwung ihr Schwert und schrie mächtige Worte, in einer Sprache, die noch nie zuvor von einem Menschen gehört worden waren. Doro begriff schlagartig, was sie vorhatte, erhob sich, geschmeidig wie eine Wildkatze, und stürzte sich todesmutig, schützend vor BaL. Das Lichtschwert sauste abwärts, in unbeirrbarer Bahn auf BaLs Herz gerichtet und … (Die Zeit stand still. BaL sah es und konnte nichts dagegen tun. Genau wie Doro. Ihre Augen waren weit aufgerissen und auf ihren Lippen wurde in einer Todgeburt ein Schrei gezeugt, der niemals gehört werden würde. Gheya Rhaws Augen loderten kurz auf und erkalteten sogleich in hartem Eis. Was geschehen würde, konnte nicht mehr abgewendet werden. BaL und Doro waren verloren.) … traf Doro genau zwischen die Augen, da es blitzschnell von oben nach unten geführt wurde. Das Knacken von Doros Schädel war in all dem überwältigenden Lärm einen kurzen Augenblick lang deutlich zu hören.
BaLs Urfeuer erlosch so schnell, wie es aufgeflammt war und Gheyas Augen, die direkt nach dem Todeshieb mächtige Blitze ausgestoßen hatten, ermatteten im selben, endlos erscheinenden Moment. Die Namenlose stiess ein lautes, zischendes Stöhnen aus und danach war es vollkommen ruhig. Selbst das Lachen der spielenden Elfen war nun verstummt.
BaL hätte der Schwerthieb nicht getötet, nur für den Moment ruhig gestellt, so der Plan Gheyas. Das Lichtschwert konnte einen Abgesandten der Lichtgötter nicht töten. Aber Doro wusste das natürlich nicht. Sie, der gewöhnliche, sterbliche Mensch, wurde, zu Tode getroffen, dahin geworfen und ihr strömendes Blut umschloss schnell die ledernen Stiefel BaLs.
Er sah es nicht. Hörte nichts und fühlte auch nichts. Tief im Inneren seiner Seele weinte er um seine gemeuchelte Liebe, um seine Doro, die jetzt nichtmehr war. Doch sein Gesicht blieb steinern und so trocken wie die Wüste selbst.
Gheya zog das Lichtschwert mit einem Ruck aus Doros zerstörtem Kopf und starrte wild in BaLs tote Augen. Von fern war rollender Donner zu hören. Zusehends wurde es dunkler an diesem Ort des unsäglichen Verbrechens. Die Namenlose verschwand mit lautem, langgezogenem Schrei von diesem Ort und mit ihr alles was gut und voller Leben gewesen war. Die grünen Wiesen, die frischen Quellen, das helle Licht, die Wärme. Die Elfen. Alles.
BaL und Gheya standen unvermittelt im Freien und in einiger Entfernung, jenseits der seltsamerweise noch immer existierenden Pforte, standen die Hworks, die nicht begriffen, was vor sich ging. Die Elfen, die Bäume, Bäche, Wiesen und Wälder waren verschwunden und es begann auf dieser Seite des Tores, das BaL und die Seinen zuvor in so guter Hoffnung durchschritten hatten, wieder zu schneien. Immer deutlicher war das Heulen des Eislandwindes zu hören, der sich unaufhaltsam sein altes Territorium zurück eroberte, da sich das Gute, das mit Hilfe der Elfen und Feen so lange regiert und alles beherrscht hatte, wieder zurück zog.
BaL stand völlig regungslos da und das Donnergrollen im Hintergrund wurde stetig lauter und deutlicher. Seine Arme waren noch immer erhoben und er stand aufrecht. Den Kopf jedoch hatte er gesenkt. Gheya stand fast direkt vor ihm und blickte auf ihn hinab, nun grösser als er und mit steinernem Gesichtsausdruck. Ihre Gestalt wuchs langsam immer mehr zur Übergröße der Rachegöttin, die sie war. Ring und Schwert leuchteten in unirdischem Feuer. Und es wurde gleichzeitig dunkler und düsterer um die beiden herum. Im Hintergrund toste mit zunehmender Heftigkeit der Sturm und die Schneeflocken wurden wild herumgewirbelt.
Als sich ganz langsam eine Träne aus dem einen Auge des Kriegers löste, sich erst darin ausbreitete und schließlich über seine ausgetrocknete Wange rollte, ging ein fast unmerkliches Zittern durch den Körper BaLs. Die muskulösen Arme begannen sich langsam zu senken und er hob sein Gesicht. „Herrscht Krieg?“ Die kindliche Frage, aus dem Mund des Götterkriegers, tropfte mitten in die Gegenwart und wurde vom laut heulenden Wind sofort verschluckt.“ Sag mir, Gheya Rhaw, herrscht nun wieder Krieg? Ist alles vorbei? Bin ich aus dem wundervollen Traum, den ich mit Doro und Morri und den Bbrawen gelebt habe, so brutal geweckt worden? Warum?“ BaLs Gesicht wurde zusehends bleicher, die Augen glanzlos und matt. Keine Antwort. Gheya schaute den Krieger noch immer mit stechendem Blick an. Doch ganz langsam wurden ihre Augen sanfter. BaL hatte den Verstand verloren und Gheya wusste, spürte es. Während Wind und Donner immer lauter wurden und gesprochene Worte gänzlich verschlucken würden, wandte sie sich um und ging wortlos von BaL weg. Sie schob das mächtige Lichtschwert in die Scheide an ihrer Hüfte und verbarg den Ring unter ihrer Rüstung. Da der Schnee immer dichter fiel, war sie bald nichtmehr zu sehen.
BaL stand alleine da und schaute durch Augen, die jedes Leben verloren hatten, ins Leere. Seine Kniekehlen gaben plötzlich nach und er fiel willenlos vornüber. Als er mit dem Gesicht auf dem steinernen, gefrorenen Boden aufschlug, spürte er nicht, dass sich seine rechte Hand, noch im Fall, auf die Brust und das leblose Herz der toten Doro Truass D`Arruor legte. Er blieb reglos liegen und der Schnee bedeckte die beiden Körper mit einem weissen, vollkommen reinen Leichentuch.
Leseprobe aus "Eislandkrieger - Morred" 3.Teil der Trilogie
18. Kapitel - Helden kehren heim
Elywién rannte die steilen Serpentinen hinunter und lachte voller Glück, in Erwartung darauf, ihre Geschwister gleich wieder zu sehen und sich endlich wieder mit ihnen vereinigen zu können. Schon allein der frische Duft, der dieses wundervolle Land stetig erfüllte, machte sie trunken vor tief empfundenem Frieden. Jahrtausende war er her, seit sie diesen Weg zum ersten Mal empor gestiegen war, wohl wissend, dass sie für sehr lange Zeit nichtmehr an diesen Ort zurück kehren würde.
Schon von weitem hörte sie den wundervollen Gesang der Falken und das volle, saftige und gesunde Grün der Wiesen raubte ihr beinah die Sinne. „Ich bin endlich wieder zuhause!“ Rief sie übermütig. Aus der erbarmungslosen Drachenjägerin war wieder das fröhliche Kind geworden, das sie einst gewesen war. Fort waren die düsteren Erinnerungen an die dunklen Jahre ihrer endlosen Jagd nach den geflügelten Monstern, deren grausamer Anführer einst ihre Eltern entführte und qualvoll sterben liess.
Noch während sie hastig dem Falkenhorst entgegen lief, streifte sie die Rüstung ab und liess sie achtlos im hohen Gras liegen. Keiner würde sie nun mehr brauchen. Die letzte Schlacht war geschlagen. Elywién war bald nurnoch mit ihrem seidenen Unterhemd bekleidet, barfuß und mit geöffneten, wallenden Haaren tanzte sie über die vereinzelten, hellgrauen Felsen und sang die uralten Melodien ihres Landes. Pfeilen gleich schossen die Falken auf sie hernieder und umkreisten sie in stolzem Fluge. Ihre schrillen, langgezogenen Schreie erfüllten die warme, sonnendurchtränkte Luft so lange, bis endlich einer von ihnen auf dem Unterarm Elywiéns landete und dort verharrte. „Gundrian! Ich bin zuhause!“ Sprach Elywién glücklich und streichelte sanft das bunte, glänzende Federkleid des großen Falken. Gleich einem sanften Wirbelwind umflogen die anderen Geschwister Elywiéns Haupt. Welipinor rief Elywién das magische Wort in Gedanken und gleich darauf schwebten ihre Brüder und Schwestern in langsamem Fluge hinunter zur Erde, wo sie lächelnd, nun in menschlicher Gestalt, auf ihre Schwester zu eilten und sie voller Wiedersehensfreude begrüßten. „Drunad, Herwural, Medihadun, ihr alle! Ich werde nun für immer hier bei euch bleiben und wir werden neue Sphären des Glücks erkunden. Unsere lieben Eltern sind gerächt. Ihr Tod vergolten und sie werden nun endlich Friede finden. Herrua´Thars und Hur´Th Osul´Uanars verkommene Seelen vergehen ab jetzt und für immer, zusammen mit allen anderen von mir vernichteten Drachen, in den endlosen Dimensionen des Vergessens. Bald wird sich niemand mehr an sie erinnern. Ihr Erbe ist ausgelöscht. Doch hört! Unsere Familie hat ein neues Mitglied! Es ist Morred, BaL Hhrakks und Doro Truass D’Arruors Tochter. Morred ist, genau wie BaL Hhrakk, ein Kind der Lichten Götter und sie hat mir sehr geholfen im Kampf gegen Herrua´ Thar. Sie braucht nun Friede für ihre Seele, damit sie sich von allem erholen kann. Ich werde sie hierher zu uns bringen. Seid ihr alle damit einverstanden, liebe Geschwister?“ „Natürlich sind wir das, geliebte Schwester. Morred wird mit uns fliegen und erkennen was es heißt, wirklich frei zu sein.“ Antwortete Herwural stellverstretend für alle. Es existierte kein Zwist in den Reihen der Geschwister des Falkenhorstes. Sie standen längst über allem menschlichen Empfinden. Einzig die Gefühle zeigten sie, die sie zeigen wollten. „Dann ist es entschieden. Morred wird zu uns kommen. Sehr bald schon. Sie braucht noch Zeit, sich von ihrer jetzigen Heimat zu lösen und sich von ihren Eltern zu verabschieden. Es ist noch nicht ausgemacht, wie lange sie hier bleiben wird. Das wird sie selber entscheiden. Nun gut. Ich möchte nun mit euch allen hoch in den Horst und das alte Zeremoniell der Wiedervereinigung begehen. Kommt mit mir, ich bitte euch.“
Sie bildeten eine fröhlich herum tollende Schar aus bunt gewandeten Gestalten, die eine losgelöste, singende Elywién, die sich mitten unter ihnen befand, den steilen Pfad hinauf begleitete. Ernst war hier nicht angebracht, denn von nun an herrschte holde Einigkeit und Harmonie in den Welten. Wer sollte ihn jetzt noch stören, da BaL Hhrakk alle Dämonen ausgeschaltet und Elywién die Drachen vernichtet hatte? Sogar die Rachegöttin Gheya Rhaw war in ihre Schranken verwiesen worden. Alles war nun nur noch gut und Licht.
Elywién stiess das riesige, reich verzierte, goldene Tor zum Horst auf und lief hinüber zum riesigen Gemälde, das an der hohen Rückwand hing. Darauf waren ihre Eltern abgebildet. Die Beiden saßen auf dem Gipfel des Cylwegh Gebirges und blickten erhaben hinunter in die fruchtbaren Täler Cylmions. Zwei stolze Falken, die so viel Großes erschaffen hatten. Ihre Köpfe hielten sie liebevoll, dicht zusammen und man erkannte mühelos die tiefe Verbindung der beiden Falken zueinander. Ihre Tochter und Erbin ihres Thrones stand jetzt vor dem Bildnis und sah sich alles ganz genau an.
„Sie fehlen mir noch immer und werden es immer tun. Als ich sie damals fand, oder das was von ihnen übrig war, stach ein Dolch geformt aus Eiseskälte in mein Herz und hat es gefrieren lassen. Es blieb kalt bis zum heutigen Tag, doch nun da ich mit Sicherheit weiss, dass sie ihren Frieden finden werden, beginnt es wieder zu schlagen.“ Alle Geschwister versammelten sich um Elywién und betrachteten mit ihr in tiefe Gedanken versunken die Augen ihrer Eltern.
Wir waren und sind immer bei euch. Ihr seid unsere Erben, die erhabenen Falken. Unsere Liebe zu euch wird niemals enden. Und jedes Mal wenn ihr fliegt und singt, fliegen wir mit euch.
Auf diesen beiden Bildern seht ihr Morred, die Tochter BaLs und Doros. Jaja, so hat sie wirklich ausgesehen! ;-)